Er war unbestritten der kräftige König an des (Karl) Kaysers mächtigem Theater: Günter Grabbert (Foto: Archiv). Vier Jahrzehnte prägte er das Leipziger Schauspiel wesentlich mit, spielte dort alles, was in der Welt- und jeweilig wechselnden Gegenwartsdramatik Rang und Namen hatte. In Schwerin wurde er geboren, in Sachsen heimisch. Einer der Wenigen, die – in den sechziger Jahren war’s – den Faust gaben und auch den Mephisto. Grabbert sprach mit unverkennbar »rollender« und voller Diktion, und er agierte, wenn man so sagen darf, mit Fleisch. Einer, der Texten mit vitaler Kraft Gewicht gab in zwiefachem Sinne. Wo andere sich im Spiel zerklüfteten, rundete er gewissermaßen immer etwas auf. Nun ist Günter Grabbert im Alter von 79 Jahren in Leipzig gestorben.