Dass was passieren muss, wird kaum jemand bestreiten. Wer beispielsweise am Montagmorgen durch den Görlitzer Park kommt, ist Zeuge von blanker Verwüstung: Dosen, Flaschen, Papier und Plastik liegen herum. Müllberge allerorten, die die tausenden Besucher übers Wochenende hinterlassen haben. Durch die intensive Nutzung leidet auch das Grün. Wenn es dann zu allem Übel auch nicht mehr regnet, wird aus der Grünanlage schnell eine Steppe.
Aus dieser Perspektive kann man von Bezirks- oder Senatsseite sicher nicht genug Appelle für mehr Sauberkeit in den Parks starten. Schließlich steht der Görlitzer Park auch nur stellvertretend für viele andere Grünanlagen in der Stadt, die von denselben Problemen betroffen sind. Für junge Familien etwa sind viele dieser Parks tabu. Viel zu gefährlich sind die überall rumliegenden Kronkorken und Kleinteile, die Kleinkinder verschlucken könnten.
Die Frage ist nur, ob bloße Appelle, den Müll selbst zu entsorgen, ausreichen. Selbstverständlich wäre eine »Wir sind Park«-Mentalität wünschenswert, bei der jeder das, was er mitgebracht hat, auch wieder mitnimmt. Es klingt so simpel. Doch die Realität sieht anders aus.
Deshalb kommen die Bezirke auch nicht um Sanktionen herum. Dass muss ja keine Null-Toleranz-Schiene und Kontrollwahn sein, aber höhere Bußgelder wären ein Anfang. Mit den eingenommenen Mitteln könnten dann auch die Grünflächenämter wieder finanziell besser ausgestattet werden.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/197419.wir-sind-park.html