Unter dem Motto »Für bessere Schulen in Berlin« demonstrierten gestern Eltern, Lehrer und Schüler in Berlin. Die Senatsverwaltung drohte vorab mit Disziplinarmaßnahmen. GEW und Landeselternrat hatten die Schulen ermundert, den 9. Juni als Wandertag anzukündigen um den Schülern und Lehrern die Teilnahme an der Demo zu ermöglichen. Auf www.tagesspiegel.de/berlin/schule/protest-als-projekt/4245796.html[1] wurde viel debattiert.
challenger gab vor: »Lieber wählen gehen – Für das zugrunde gerichtete Berliner Schulwesen wird der 18.9. noch wichtiger als der 9.6. sein.« stadtindianer antwortet: »Demos machen gerade vor den Wahlen Sinn. Man kann dann der Politik Druck machen, das hat die Anti-Atom-Demo gezeigt. Denn eins ist doch klar: Politiker wollen wiedergewählt werden. Deswegen demonstrieren gehen und das nicht nur einmal. Das sollte uns Bildung für unsere Kinder wert sein!« Fragezeichen kontert: » Ich würde mich freuen, wenn die Lehrer das normale Leben lernen würden und in den Genuss normaler Arbeitszeiten kämen: 6 Wochen Urlaub, Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz, Überstunden unbezahlt, da diese im Gehalt bereits vergütet werden. Selbstverständlich unvergütete Wochenendseminare und Zielvorgaben, die im Jahresgespräch überprüft werden.«
Hierauf Sportfreund123: »Für alle, die nach Lösungen wie bei ›den richtigen Arbeitern‹ schreien: Berlin fehlen Lehrer. Was macht ein Arbeitgeber, der feststellt, dass die angebotene Qualität zu schlecht ist, man mehr Arbeiter benötigt? Er erhöht das Gehalt oder verbessert die Arbeitsbedingungen. Wenn ein so starker Mangel herrscht, sind die paradiesischen Zustände wohl doch nicht so paradiesisch. Berlin ist seit Jahren im Bildungsranking ganz unten. Es hat die höchste Zahl an Kindern bildungsferner Schichten und sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund – bei gleicher Klassengröße wie in anderen Bundesländern (...) Junge Lehrer, die als Angestellte 1000 Euro weniger verdienen als anderswo, wandern ab. Im Ergebnis: massiver Unterrichtsausfall, überalterte Kollegien und Überlastung bei Schülern und Lehrern. «
andreas 2000 sieht » im gesamten Bildungsbereich enorme Defizite. Im Hortbereich und Jugendfreizeit-Erziehung wird von einem zu leistenden Bildungsauftrag geschwafelt. Nur die Ressourcen, ob finanziell oder personell, werden nicht zur Verfügung gestellt. Kleine Schülerläden mit individuellen Konzepten wurden abgewickelt. Jetzt wird die Herde in die Schule getrieben, wo zwei Pädagoginnen vierzig Kinder beaufsichtigen. Wenn im Team jemand krank wird, können es auch gerne mal mehr werden. Die Rahmenbedingungen in Berlin machen mich nur noch wütend. Ich hoffe, dass den Leuten im Roten Rathaus mal richtig Feuer unterm Hintern gemacht wird.«
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/199505.bildungsrauschen.html