Schwerin (dpa/ND). Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern fordert die Schließung des Asylbewerberheims in Jürgenstorf und eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen im Land. Hintergrund ist ein offener Brief der Flüchtlinge in Jürgenstorf, in dem sie auf ihre schlechten Wohnverhältnisse aufmerksam machen, wie der Flüchtlingsrat am Mittwoch mitteilte. Ein Problem sei die Lage fünf Kilometer von Stavenhagen entfernt. Das erschwere den Weg zum Arzt, Rechtsanwalt, Sozial- und Ausländeramt oder zum Einkauf. Öffentliche Verkehrsmittel könnten sich die Heimbewohner häufig nicht leisten. Am Dienstag hatten Heimleitung, zuständige Behörden und die Sprecher der Heimbewohner über die Probleme beraten. Demnach soll die Volkshochschule wieder einen Deutschkurs anbieten. Zudem ist ein Internetzugang geplant und die Heimbewohner sollen über die Sport- und Kulturvereine im Ort informiert werden. Diese Verbesserungen änderten aber nichts an den Problemen der Unterbringung in Massenunterkünften, erklärte der Flüchtlingsrat.
Nach Angaben des Flüchtlingsrates ist Jürgenstorf die letzte der zehn kommunalen Gemeinschaftsunterkünfte im Nordosten außerhalb einer Stadt.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/207891.isoliert-in-juergenstorf.html