nd-aktuell.de / 10.10.2011 / Sport / Seite 20

Auf ins Viertelfinale

Zwei 3:0-Erfolge für Männer bei Tischtennis-EM

Die Goldfabrik läuft wie geschmiert: Auf der Jagd nach dem fünften Teamtriumph in Serie haben die deutschen Tischtennisherren um Rekordeuropameister Timo Boll mit dem Viertelfinaleinzug das erste Etappenziel erreicht. Nach zwei 3:0-Vorrundensiegen gegen Kroatien und Gastgeber Polen lösten Boll und Co. das Ticket für die K.o.-Runde vorzeitig und konnten dem letzten Spiel gegen die Slowakei am Sonntagabend (n. Red.) gelassen entgegenblicken.
Das Frauen-Team um Ex-Europameisterin Jiaduo Wu (Kroppach) konnte sich als Gruppenzweite für das Viertelfinale qualifizieren. Die Auswahl profitierte am Sonntag bei einem 1:1-Zwischenstand im letzten Vorrundenspiel gegen die Ukraine von der Schützenhilfe Rumäniens, das am Nebentisch mit 3:0 gegen Russland gewann.
Ausnahmespieler Boll, der auch sein zweites Einzel trotz des ungeliebten frühen Beginns um 11.00 Uhr (»Definitiv nicht meine Zeit«) 3:1 gewann, bremste aber die Euphorie. »Wir können zufrieden sein. Das war ein leichter Aufgalopp, aber wir müssen darauf gefasst sein, dass wir in der K.o.-Runde auch mal unter Druck geraten und dann voll da sein müssen«, sagte der 30-Jährige, der im Einzel trotz eines anstrengenden Sommer-Engagements in China ebenfalls auf eine erfolgreiche Titelverteidigung hofft.

Auch Bundestrainer Jörg Roßkopf mahnte seine Schützlinge zur Vorsicht: »Wir müssen uns steigern, aber das wissen auch die Spieler.« Die Medaillenränge sind in Sichtweite: Bereits ein Sieg im Viertelfinale am Montag reicht, um zumindest Bronze sicher zu haben.
Anders als vor einem Jahr in Tschechien zeigten sich die Tischtennisasse mit der Organisation in Gdansk bislang überwiegend zufrieden. »Wir können vom Hotel aus zu Fuß zur Halle laufen, da haben wir Glück. Andere Teams fahren 50 Minuten mit dem Bus«, sagte Bundestrainer Roßkopf. Nur der Essensraum in der riesigen, 11.000 Zuschauer fassenden Mehrzweckarena sei etwas knapp bemessen. »Da muss man öfter mal im Stehen essen«, sagte Boll achselzuckend.⋌SID/ND