Peking/Bentiu (AFP/nd). Südsudan sieht sich von Sudan mit »Krieg« überzogen. Angesichts neuer Luftangriffe in der Grenzregion beklagte der südsudanesische Präsident Salva Kiir am Dienstag bei einem Besuch in Peking, die Regierung von Sudans Präsident Omar al-Baschir habe seinem Land »den Krieg erklärt«.
Neun Monate nach der Unabhängigkeit vom Norden hielt sich der südsudanesische Präsident in Peking auf, um dort die erste Botschaft seines Landes im Ausland zu eröffnen und um Rückhalt beim wichtigsten Handelspartner zu suchen. Sein Besuch erfolge zu einem »kritischen Zeitpunkt«, sagte Kiir. Unterdessen beklagte der Gouverneur des südsudanesischen Bundesstaates Unity, Taban Deng, dass die Truppen des Nordens alle Appelle zum Gewaltverzicht in den Wind schlügen.
Peking ist ein langjähriger enger Verbündeter Baschirs und lieferte dem Norden in dem Bürgerkrieg (1983-2005) mit geschätzten zwei Millionen Toten Waffen zur Niederwerfung der Rebellen im Süden. Seit der Unabhängigkeit Südsudans im Juli 2011 bemüht sich die Volksrepublik China aber um einen Ausgleich. »Wir hoffen, dass die beiden Länder mit Dialog und Beratungen den Konflikt beilegen können«, sagte ein chinesischer Außenamtssprecher. China bezieht sowohl aus Sudan als auch aus Südsudan Erdöl. Sudan büßte mit der Unabhängigkeit des Südens drei Viertel seiner Ölreserven ein. Die Kämpfe um das Ölfeld Heglig an der teilweise noch nicht festgelegten Grenze waren zuletzt besonders heftig.
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