»Leute, brauchen wir Geld oder brauchen wir Geld?« Mit einem lässigen Spruch zieht Anton Starflashman einen imaginären Scheck aus der Tasche, und seine Eltern können bloß staunen. In der Fantasie löst der Elfjährige alle Probleme im Handumdrehen. Das aktuellste lautet: kein Geld. Dabei hat Anton bereits herumgeprahlt, mit neuen Rollschuhen zum Wandertag zu kommen. Davon kann er jetzt unmöglich abrücken.
Außerhalb Antons Traumwelt erweist sich das Geldverdienen jedoch als schwierig. Seine hoffnungsvolle Bewerbung bei einer Stuntman-Agentur wird abgelehnt - nur weil er minderjährig ist, wie gemein! Das Taschengeld zu sparen, ist ebenfalls keine Lösung. Es würde zu lange dauern; außerdem könnte Anton sich dann keine Süßigkeiten mehr kaufen. Also scheint wohl nur der Farbkopierer von Papas Freund Ralle einen Ausweg zu bieten: Der raffinierte Anton stellt sich seine Geldscheine selber her!
Mit viel Dialogwitz schildert Milena Baisch, wie sich ihr naiver Held zunehmend in Schwierigkeiten bringt. Mit Band eins der Anton-Bücher gewann sie 2012 den Deutschen Jugendliteraturpreis; der zweite Band ist verwickelter, folgt aber demselben Rezept: Kindliche Fantasie und Erwachsenenwelt prallen jäh aufeinander, Missverständnisse und Irritationen sind die Folge. Anton besitzt Eigenschaften eines Antihelden. Als Leser lacht man über ihn, doch weil hinter der überheblichen Fassade stets das Kindliche erkennbar bleibt, fühlt man auch mit.
Milena Baisch, Anton macht’s klar, Beltz & Gelberg, 204 Seiten, 12,95 Euro (ab 9 J.)
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/815141.kein-geld-kein-problem.html