Berlin (nd). Die Zeitungen des Axel-Springer-Verlages werden auch in diesem Wahlkampf »Die Linke« boykottieren - und keine Wahlwerbung der Partei schalten. Darüber berichten mehrere Blogs, unter anderem wird ein Sprecher des Medienkonzerns mit den Worten zitiert[1], die Blätter der Aktiengesellschaft, zu denen unter anderem die »Bild«-Zeitung und die »Welt« gehören, würden »ihre bewährte Praxis der Vorjahre fortsetzen und Wahlwerbung von Parteien ablehnen, deren Programme im Widerspruch zu den Unternehmensgrundsätzen stehen«.
Dazu rechnet der Medienkonzern »insbesondere Parteien der extremen Linken und Rechten« - weshalb die Linkspartei laut Blogger[2] Stefan Niggemeier in einer internen Anweisung des Verlags neben Neonazis wie der NPD und der Partei »Die Rechte« auftaucht, und zwar mit dem Zusatz »sozialistisch, teilweise linksextremistisch«.
Der Springer-Konzern beruft sich unter anderem darauf, dass private Verlage anders als öffentlich-rechtliche Sender nicht gesetzlich verpflichtet seien, Wahlwerbung von zugelassenen Parteien zu schalten. Zu den »fundamentalen Grundsätzen eines funktionierenden Gemeinwesens«, auf die sich Springer beruft und zugleich unterstellt, die Linkspartei würde »offen gegen einzelne oder mehrere dieser Werte« verstoßen, gehören unter anderem »das Eintreten für die Marktwirtschaft, die Aussöhnung mit dem jüdischen Volk und die transatlantische Einbindung Deutschlands«.