nd-aktuell.de / 06.06.2014 / Politik

Putin und Poroschenko reden erstmals miteinander

Treffen am Rande der Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Truppenlandung der Alliierten in der Normandie / Gysi fordert Putin und Obama zu Annäherung auf

Ouistreham. Russlands Präsident Wladimir Putin und der neue ukrainische Staatschef Petro Poroschenko haben erstmals in der Krise direkt miteinander gesprochen. Zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) führten die Politiker am Freitag vor einem offiziellen Essen zum 70. Jahrestag der Truppenlandung der Alliierten in der Normandie ein kurzes Gespräch von einigen Minuten, meldeten russische Nachrichtenagenturen. Die Unterhaltung habe auf dem Weg in den Bankettsaal des Schlosses von Bénouville stattgefunden, berichtete die Staatsagentur Itar-Tass. Wie aus dem Umfeld des französischen Präsidenten François Hollande verlautete, dauerte das Treffen etwa eine Viertelstunde und fand vor dem Mittagessen der Staats- und Regierungschefs im Schloss von Bénouville statt. Details waren zunächst nicht bekannt.

Derweil sind sich US-Präsident Barack Obama und Putin beim so genannten Familienfoto der D-Day-Feiern vor dem Schloss Bénouville in der Normandie aus dem Weg gegangen. Bei der Platzierung waren die beiden Staatschefs jeweils von Adligen eingerahmt. Neben Obama nahmen für das Foto in der ersten Reihe die britische Königin Elizabeth II. und König Harald V. von Norwegen Aufstellung. Putin wurde von Königin Margrethe II. von Dänemark und Großherzog Henri von Luxemburg eingerahmt. Beim Mittagessen im Schloss wurde eine ähnliche Sitzordnung beibehalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel stand beim Foto schräg hinter Putin. Beim Auseinandergehen war Obama ins Gespräch mit Queen Elizabeth vertieft, während Putin und der französische Präsident François Hollande miteinander sprachen.

Zuvor hatte es Linksfraktionschef Gregor Gysi »höchst bedauerlich« genannt, »dass die US-amerikanische, die britische und die russische Regierung wohl nicht vermögen, ihr eisiges Verhalten zueinander angesichts des historischen Erfolgs ihrer damaligen Geschlossenheit abzulegen«. Er forderte Obama und Putin auf, »den D-Day unter Überwindung ihrer Bedenken gemeinsam« zu begehen. Zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie empfing Hollande Staats- und Regierungschefs aus Europa und Übersee zum Mittagessen auf Schloss Bénouville in der Nähe des Küstenortes Ouistreham. Agenturen/nd