nd-aktuell.de / 24.10.2014 / Politik / Seite 4

Vater des Apfels

PERSONALIE

Barbara Barkhausen

Gerade rechtzeitig, wenn es in Amerika im Winter kalt und düster wird, zieht es Steve Wozniak auf die Südhalbkugel. Ab Dezember soll die »Apple-Ikone« als Assistenzprofessor im so genannten »Magic Lab«, dem »Zauberlabor« der Technischen Universität Sydney (UTS) arbeiten. Dort geht es ganz um neue Erfindungen, künstliche Intelligenz und Robotertechnik.

Wozniak, der von vielen nur »Woz« genannt wird, hat in den 1970er Jahren den ersten Apple-Computer zusammen mit Steve Jobs in einer Garage im kalifornischen Palo Alto gebaut. Die 1976 gegründete Computerfirma Apple gilt heute als die wertvollste Marke der Welt mit einem geschätzten Wert von 93 Milliarden Euro.

Mit der Ernennung Wozniaks - sein Jahresgehalt wurde nicht bekannt gegeben - erhofft sich die australische Universität Inspiration für ihre Studenten. Ab Dezember wird Wozniak dann persönlich im Labor stehen. Drei Kurse pro Jahr soll der Computerentwickler vor Ort an der Universität lehren und die restliche Zeit virtuell mit den Forschungsgruppen in Kontakt bleiben.

Dass Wozniak, der bisher nie Angebote von Universitäten angenommen hatte, ausgerechnet nach Sydney kommt, muss mit seiner Begeisterung für den fünften Kontinent zu tun haben. Diese Vorliebe war bisher wenig bekannt. Nach einem Bericht des Verbrauchermagazins »Gizmodo« spielt Wozniak aber bereits seit 2012 mit dem Gedanken, nach Australien zu ziehen, und soll sich sogar um eine australische Staatsbürgerschaft beworben haben.

Wozniak, der 1981 beinahe bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen wäre, weil er ohne entsprechende Lizenz als Pilot unterwegs war, sorgte schon häufiger für Überraschungen. So hat der Erfinder bereits Rockfestivals finanziert, etwa im Jahr 1987 in der UdSSR, und tanzte sich bei der US-Sendung »Dancing with the Stars« in die Herzen der Zuschauer. Bei der beliebten TV-Serie »The Big Bang Theory« spielte Wozniak sich in einer Szene selbst. Er dürfte also kaum Probleme haben, als »Assistenzprofessor« zu überzeugen.