Berlin. Die SPD-Organisation Netzwerk Berlin hat die Parteilinken vor Selbstbeschäftigung gewarnt. Nach dem Magdeburger Treffen des linken Flügels sagten die Netzwerk-Vorsitzenden Eva Högl und Martin Rabanus: »Gefragt sind politische Konzepte, die den Wirklichkeitstest bestehen. Weder Selbstbeschäftigung noch Rezepte vergangener Jahrzehnte helfen dabei.«
Dagegen äußerte sich der konservative Seeheimer Kreis der SPD gelassen. Die SPD-Linke sei zuletzt »weit unter ihren Möglichkeiten geblieben« - dabei sei eine starke Linke gut für die Sozialdemokratie, sagte Seeheimer-Chef Johannes Kahrs dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Eine Stärkung der Linken scheine ihm »mehr als nötig«. Er sei ein Anhänger des Spruchs von Helmut Schmidt: »Eine Partei ist wie ein Vogel, sie braucht einen linken und einen rechten Flügel, damit sie schlagen kann.«
In Magdeburg hatten am Wochenende rund 250 linke Sozialdemokraten die »Magdeburger Plattform« gegründet, um den zuletzt zerstrittenen Parteiflügel schlagkräftiger zu machen. Sie warnten Parteichef Sigmar Gabriel vor eigenmächtigen Beschlüssen und pochten etwa auf die Einführung einer Vermögensteuer, die Gabriel zuletzt für politisch erledigt erklärt hatte. dpa/nd
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