Drei Wochen vor massenhaften Protesten im Rheinischen Braunkohlerevier geht die Polizei dort gegen die Besetzung eines Waldgebietes im Eigentum des Energieriesen RWE vor. Mit schwerem Gerät rückt die Staatsmacht einer turmförmigen Barrikade zu Leibe. Das Problem: Es sitzt noch ein Aktivist auf dem Turm.
Der hölzerne Turm ist eine Barrikade, in diesem einen Punkt sind sich die radikalen Aktivisten, die das Protest-Artefakt errichteten, einig mit der Polizei, die es gerade aus dem Wege zu räumen versucht. Dabei kommen ein Radlader, also ein Transportbagger, eine Hebebühne und Kettensägen, zum Einsatz. Aktivisten sollen sich an der Spitze des Turmes festgekettet haben. Zuletzt soll sich dort noch eine Person aufhalten.
»Der Turm blockiert einen Zufahrtsweg im Hambacher Forst, der zu sechs besetzten Bäumen führt«, erläuterte eine Aktivistin telefonisch gegenüber »nd«. Immer wieder harren harren Aktivisten oft tagelang in Baumwipfeln aus, um eine Rodung des dergestalt besetzen Baumes und – Sicherheit geht vor! – umliegender Bäume zeitweilig zu stoppen. Die Aktivisten haben einen Liveticker[1] eingerichtet.
Zwei Personen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen, sie sollen einen Platzverweis missachtet haben, einer der beiden Personen wird zudem Sachbeschädigung vorgeworfen, sie soll ein Baggerfenster zerstört haben. Der Polizeisprecher mochte zur voraussichtlichen Dauer des Einsatzes keine Angaben machen. »Ich kann Ihnen kein Zeitfenster nennen, es dauert halt seine Zeit«, sagte er zu »nd«.
Die Räumungsaktion findet gut zwei Wochen vor Beginn des Klimacamps Rheinland[2] statt, im Rahmen dessen es zu Massenblockaden vor Braunkohlebaggern[3] kommen soll. Der Hambacher Forst ist ein umkämpftes Waldgebiet im Eigentum des Energiekonzerns RWE, in dem Aktivisten immer die Fällung von Bäumen behindern.
Auch die letzten Überreste des einst riesigen Waldgebietes sollen dem Tagebau Hambach weichen, einem von drei Braunkohleabbaugebieten des RWE-Konzerns im Rheinischen Revier zwischen Köln, Aachen und Mönchengladbach.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/978759.der-turm-muss-fallen.html