nd-aktuell.de / 16.10.2006 / Wirtschaft und Umwelt

Praktika sind »Lernverhältnisse«

DGB-Jugend bereitet Petition zum besseren Schutz von Praktikanten vor

Berlin (ND-Wallrodt). Die DGB-Jugend will über den Petitionsausschuss des Bundestags den Schutz von Praktikanten verbessern. Die Jugend des Dachverbands und der Hochschulabsolventen-Verein fairwork reichten dazu am Freitag eine Online-Petition ein. Darin fordern sie, gesetzlich zu regeln, dass Praktika als »Lernverhältnis« eindeutig von regulären Arbeitsverhältnissen abgegrenzt und auf drei Monate beschränkt werden. Darüber hinaus sollen sie mit mindestens 300 Euro oder 7,50 Euro pro Stunde vergütet werden müssen. Diese Maßnahmen sollen die »schamlose Ausbeutung« von Praktikanten beenden, die zunehmend als unterbezahlte volle Arbeitskräfte eingesetzt werden. Viele junge Menschen nehmen schlechte Bezahlung, geringe soziale Sicherung und hohe Arbeitsanforderungen aber in Kauf, weil sie hoffen, irgendwann fest angestellt zu werden. Oft hangeln sie sich jedoch nur von Praktikum zu Praktikum. Noch kann man die Petition nicht unterschreiben. In den nächsten zwei Wochen prüft der Ausschuss zunächst, ob das Thema angenommen wird. Sowie die Petition online steht, soll es aber mit der Mobilisierung richtig losgehen, sagte Silvia Hellwig von der DGB-Jugend. Seit einigen Monaten bekommt die Situation der »Generation Praktikum« immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Im Sommer erreichte eine ähnliche Petition eine Rekord-Unterstützung von fast 50.000 Unterschriften. Die damalige Petentin hatte angeregt, alle Praktika, die länger als drei Monate dauern, in ein reguläres Arbeitsverhältnis umzuwandeln. Die DGB-Jugend will ihre Vorschläge als Ergänzung verstanden wissen.