nd-aktuell.de / 16.12.2015 / Berlin / Seite 10

Landschaftspfleger auf vier Hufen

Wasserbüffel als tierische Rasenmäher

Antonia Lange
Sie vertragen Kälte und Wasser und sind nicht sehr wählerisch beim Futter. In Berlin hat man daher Wasserbüffel als tierische Rasenmäher auf großen Grünflächen entdeckt.

Anstelle von Rasenmähern kommen auf großen Flächen in Berlin inzwischen Wasserbüffel zum Einsatz. »Sie werden zunehmend als Landschaftspfleger auf vier Beinen eingesetzt«, sagte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Ihm zufolge ist das »durchaus wirtschaftlich«. Der Einsatz von teuren Maschinen sei so nicht mehr nötig.

Die robusten Tiere grasen nach Behördenangaben mittlerweile auf der Pfaueninsel, den Tiefwerder Wiesen in Spandau und im Tegeler Fließ. Rund um das Feuchtgebiet in Reinickendorf waren 2015 zum ersten Mal Wasserbüffel unterwegs.

Die Saison ist nach Angaben von Bezirksamtsleiter Martin Lambert vor kurzem mit 16 Tieren zu Ende gegangen. Am Dienstagabend wollte er Anwohner zusammen mit anderen Beteiligten darüber informieren. Im Frühjahr sollen die Vierbeiner wieder im Tegeler Fließ grasen. Das Flora- und Fauna-Habitat hätte wegen seiner Wasserflächen Lambert zufolge mit Spezialtechnik gepflegt werden müssen - die könne man sich nun sparen.

Obwohl die Büffel auch kältere Temperaturen gut aushalten, kommen sie in der Regel in den Wintermonaten in den Stall. Ohnehin dürften nicht zu viele auf ein Gebiet gelassen werden, gab Wildtierexperte Ehlert zu bedenken. »Sie sollen ja nicht alles auffressen.«

Auf der Pfaueninsel waren zuletzt wie in den Vorjahren zwei Kühe mit ihren Kälbern unterwegs. Die Büffel sollen dort die artenreichen Feuchtwiesen von Gehölzaufwuchs freihalten und damit seltene Tierarten fördern. Auch sie ziehen aber regelmäßig im Herbst um.

Ihrem Namen machen die Wasserbüffel alle Ehre: »Sie sind wasserverträglich«, erklärte Ehlert. Im Tegeler Fließ bewiesen sie das im Sommer eindrücklich - und waren dort zeitweise planschend in matschigen Erdlöchern zu sehen. Im Unterschied zur heimischen Kuh haben Wasserbüffel keine Schweißdrüsen und brauchen die Abkühlung.

Auch in anderen Bundesländern kommen die Tiere in der Landschaftspflege zum Einsatz - etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. dpa