Klimaproteste in Paris verboten
Französische Regierung verbietet alle Kundgebungen, Demonstrationen und Konzerte während der Klimakonferenz COP21
Die französische Regierung will während der bevorstehenden Klimakonferenz COP21 keine Demonstrationen zulassen. Außenminister Laurent Fabius, der die Konferenz leiten wird, begründete dies am Mittwoch in Paris mit der Sicherheitslage nach den jüngsten Anschlägen von Paris und Saint-Denis. Während der vom 30. November bis zum 11. Dezember dauernden Konferenz sowie einen Tag davor und danach sind in Paris und anderen Städten Frankreichs Demonstrationen grundsätzlich verboten.
Die 21. UN-Klimakonferenz (COP21) findet vom 30. November bis zum 11. Dezember in Paris statt. Sie wird nun auf die Kernverhandlungen reduziert. Aktivisten hatten Demonstrationen sowie Aktionen des zivilen Ungehorsams angekündigt. Ein Bündnis aus Klimaschutz- und Postwachstumsorganisationen wie das internationale Bewegungsnetzwerk 350.org oder Attac Frankreich kündigten unter dem Motto »Climate Games« mehrtägige Aktionen an, mit denen sie Notwendigkeit weitreichender Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen deutlich machen wollten. Am 29. November planten Gewerkschaften und NGOs eine Großdemonstration, für den 11. Dezember waren Massenblockaden angekündigt. Als Orientierungsmarke für die Teilnehmerzahlen wurde die Klimaschutzdemonstration in New York diskutiert, an der sich im September vergangenen Jahres etwa 300.000 Menschen beteiligten.
Nun wurden alle Kundgebungen, Demonstrationen und Konzerte rund um den Klimagipfel verboten.
Hintergrund ist der nach den Anschlägen von Paris verhängte Ausnahmezustand. Er erteilt den Sicherheitsbehörden weitreichende Befignisse, bürgerliche Rechte einzuschränken. Sie können Schutzzonen um potenziell gefährdete Plätze errichten, in denen der Aufenthalt untersagt ist. Und sie können Demonstrationen und Versammlungen verbieten, Versammlungsstätten schließen lassen sowie Ausgangssperren verhängen.
Die französische Nationalversammlung hat am Donnerstag für eine Verlängerung Ausnahmezustands um drei Monate gestimmt. ek mit Agenturen
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.