Flüchtlingen wird Studium erleichtert

  • Lesedauer: 2 Min.
Rot-Rot will Flüchtlingen den Zugang zu den Hochschulen erleichtern, denn die Universitäten brauchen Studenten und das Land braucht Lehrer.

Potsdam. Brandenburg will gut ausgebildeten Flüchtlingen das Studieren an den Hochschulen und Fachhochschulen des Landes erleichtern. So sollten fehlende Dokumente nach einer schwierigen Flucht kein Hinderungsgrund sein, sagte die SPD-Abgeordnete Britta Müller am Freitag im Landtag. »Dann muss so schnell wie möglich herausgefunden werden, ob die notwendigen Voraussetzungen für ein weiteres Studium vorliegen.« Denn viele junge Flüchtlinge mussten eine Ausbildung in ihrer Heimat abbrechen. Notwendig seien auch ein Ausbau der Beratungsstellen und mehr Sprachkurse für die jungen Flüchtlinge, erklärte Müller. Der Landtag stimmte dem Antrag der Koalitionsfraktionen SPD und LINKE mehrheitlich zu.

Als Beispiel nannte Müller die 23-jährige Alaa Kaseeb aus Syrien, die seit drei Monaten in Potsdam lebt. Gemeinsam mit acht weiteren jungen Flüchtlingen lauschte die 23-Jährige der Plenardebatte über Kopfhörer in arabischer Übersetzung. »Alaa hat ein Diplom in englischer Literatur und möchte gerne Englischlehrerin werden«, erläuterte die SPD-Abgeordnete. »Dafür fehlen ihr aber noch ein zweites Fach und die Ausbildung in Pädagogik.«

Der CDU-Abgeordnete Michael Schierack wies darauf hin, dass die Hochschulen bereits eine Vielzahl von Beratungsstellen für Flüchtlinge aufgebaut haben und Plätze für Gasthörer anbieten. Beim Zugang zum Studium sei es jedoch wichtig, den Gleichheitsgrundsatz gegenüber den anderen Studenten aus Staaten außerhalb Europas nicht zu verletzen, mahnte Schierack. Die CDU und die AfD stimmten gegen den Antrag.

Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) begrüßte den Landtagsbeschluss. Das Signal sei: »Studieninteressierte Flüchtlinge sind uns willkommen.« Mit einem Sofortprogramm von 280 000 Euro und einer Million Euro aus dem Nachtragshaushalt unterstütze das Land Angebote für Flüchtlinge an Hochschulen, erläuterte die Ministerin. dpa/nd

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