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Der Gründungsmythos
Michael Hochgeschwender über die Amerikanische Revolution
Hilft ein Blick in die Geschichte, wenn die Gegenwart unerklärlich scheint? Etwa das Phänomen Donald Trump und seine Wähler. Die Vereinigten Staaten von Amerika geben Rätsel auf, verursachen Kopfschütteln und nähren Angst. Michael Hochgeschwender ist Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Liefert er mit seinem Buch einen Schlüssel für das Rätsel? Ja, er löst sogar gleich zwei Rätsel.
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* Michael Hochgeschwender: Die Amerikanische Revolution. Geburt einer Nation 1763 – 1815. Verlag C.H.Beck. 512 S., geb., 29,95€.
Einerseits beschreibt er die Gründungsgeschichte, die Loslösung der nordamerikanischen Kolonien vom britischen Mutterland und die zu den Gründungsmythen gewordenen Ideen der Gründungsväter. Zum anderen erklärt er das europäische Erstaunen über das, was aus der »Amerikanischen Revolution« geworden ist. Wir wissen zu wenig über die Anfänge der USA, die bis heute das Selbstverständnis der Amerikaner prägen.
Das Ergebnis der Amerikanischen Revolution war »ein höchst ambivalentes, unfertiges Staatswesen«, schreibt Hochgeschwender. Im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte wurden die »Werte Freiheit, Chancengleichheit, soziale Mobilität nach oben (wie unten) sowie Volkssouveränität pragmatisch ausgestaltet und bilden neben den marxistischen und den französischen Diskursen die Voraussetzungen für die ideell-kulturelle Hochmoderne«. Dabei blieben aber viele Ideen bis heute vage. »Die betrafen insbesondere das Nebeneinander von radikalem Individualismus und Problemen sozialer Gerechtigkeit - oder genauer: einer faktischen Klassenherrschaft der Besitzenden.« Der Autor spart nicht mit deutlicher Kritik an der »unfertigen« Amerikanischen Revolution: »Die Egalitäts- und Partizipationsansprüche der unteren Klassen, der Sklaven, der Indianer und der Frauen blieben uneindeutig definiert und wurden bis in die Gegenwart zu einem der maßgeblichen Problemfelder der amerikanischen Gesellschaft. Armut, Ausgrenzung und Rassismus gehören weiterhin zum Alltag einer der reichsten Nationen weltweit.«
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