ZINE
»Zine oder nicht Zine?« Mit dieser Frage warben jüngst die Macher*innen des Fußballfanhefts »Ultra Unfug« um Unterstützung in Form von Texten und Comics. Denn Zeitschriften dieser Art leben von der Liebe zu Selbstgebasteltem - bei den Schnippel- layoutern wie bei den Konsument*innen. Mit Hochglanzmagazinen haben die mit Schere, Kleber, Tacker und Kopierer hergestellten Zines wenig gemein. Bilder sind erwünscht, für Farbdruck reicht das Spenden-Kleingeld aber meist nicht. Zines sind unkommerziell und werden höchstens zum Unkostenbeitrag jenseits des gemeinen Druckerzeugnismarkts verteilt. Inhaltlich sind die Hefte trotz teils begrenzter Lesbarkeit nicht zu unterschätzen. Der Fokus liegt auf Subkulturellem. Dazu gehören Punkrock und wirklich Musikalisches genauso wie Hoppingberichte aus Fußballstadien oder andere Reiseerfahrungen, Rezepte für die nächste Volxküche sowie hochpolitische Debatten über Kommunismus und Macker. Nicht fehlen dürfen Ankündigungen für die anstehende Soli-Party, Aufrufe zur nächsten Antifa-Demo oder zu (No-Border-)Actiondays. Doch Vorsicht: Jede Szene hat ihre Zines - so auch Neonazis. Deren Postillen braucht es jedoch nicht, um die Vielfältigkeit der Heftekultur kennenzulernen. Zinesters und Zine-Begeisterten ist dafür vielmehr das jährliche Zinefest Berlin zu empfehlen. kah
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.