Feuerwehr klagt auf Nachzahlung
Cottbus. 14 Feuerwehrmänner aus Potsdam, Cottbus und Oranienburg hoffen auf eine satte Nachzahlung. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet an diesem Donnerstag über die Forderungen der Männer nach Bezahlung von Überstunden mit einer Gesamtsumme in jeweils fünfstelliger Höhe.
Die Rettungskräfte hatten diesen Nachschlag bereits 2015 vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg erstritten. Doch die drei Städte gingen beim Bundesverwaltungsgericht in Revision.
Bei einem Feuerwehrmann aus Cottbus geht es um 16 200 Euro für die Jahre 2007 bis 2013. In den weiteren Fällen dürften die Summen ähnlich sein, weil sie denselben Zeitraum betreffen. Die Feuerwehrleute berufen sich darauf, dass sie im Jahresdurchschnitt inklusive Bereitschaftsdiensten 56 Wochenstunden arbeiten mussten. Nach der Arbeitszeitrichtlinie der EU sind jedoch maximal 48 Wochenstunden im Jahresdurchschnitt erlaubt. Das OVG gab den Rettungskräften Recht und verurteilte die Städte zur Nachzahlung.
Die Städte beriefen sich hingegen auf die Arbeitszeitverordnung des Landes Brandenburg für die Feuerwehren, erläuterte der Sprecher der Stadt Potsdam, Stefan Schulz. Danach seien die 56 Wochenstunden zulässig, weil es in der EU-Richtlinie eine entsprechende Klausel gebe, die dies erlaube. Nun müssen die Bundesrichter entscheiden, ob die Brandenburger Regelung gegen die EU-Richtlinie verstößt. dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.