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Schriftzug von neuem Sachsen-Panzer »Survivor R« kam nicht vom Hersteller
Sächsisches Landeskriminalamt gab wehrmachtsähnlichen Schriftzug für Panzer in Auftrag
Erinnern Sie sich an den Wirbel um den neuen Panzer »Survivor R«, den die sächsische Polizei im Dezember einweihte? Falls nicht: Neben der Tatsache, dass der Panzer monströse Fähigkeiten hat, sind seine Sitze mit sehr fragwürdigen Schriftzügen bestickt. Das Design erinnert stark an Wehrmachtssymbolik und wurde daher nach seinem Bekanntwerden lautstark kritisiert. Auf die Kritik antwortete das sächsische Innenministerium, das den Panzer bestellt hatte, damals zunächst, dass das Design »vom Hersteller so geliefert« worden sei und verschwieg damit, dass das Design von der zuständige Stelle so bestellt wurde. Die spätere Richtigstellung des Innenministeriums sahen deutlich weniger Menschen.
Eine Anfrage der Linkspartei bestätigt nun noch einmal, dass es das Landeskriminalamt Sachsen selbst war, welches das fragwürdige Design in Auftrag gegeben hatte.
Die Anfrage hat der Abgeordnete Enrico Stange (LINKE) im sächsischen Landtag gestellt. Er gilt als »Spitzenreiter« in der sächsischen Linkspartei für kleine Anfragen. Laut dpa hat Stange in der letzten Legislaturperiode satte 1355 Anfragen gestellt. Man erfährt in den Antworten des Innenministeriums auch, in welchen Bereichen der Panzer eingesetzt werden soll und andere spannende Details.
Der »Survivors R« wurde »primär für Terror- bzw. terrorgleiche Lagen« beschafft und soll von Einsatzkräften des Spezialeinsatzkommandos Sachsen, die hierfür fortgebildet werden, eingesetzt werden. Der Einzelpreis der Panzer »Survivor R« beträgt übrigens laut den Informationen etwa 1,5 Millionen Euro. Nach der öffentlichen Kritik entschied sich das sächsische Innenministerium im Dezember dazu den Schriftzug zu entfernen.
Der Artikel wurde am 19. 01. aktualisiert.
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