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IG Metall kündigt Mahnwache an

  • Johanna Treblin
  • Lesedauer: 2 Min.

Gegen den Wegfall von rund 1000 Arbeitsplätzen wollen die Beschäftigten zweier Siemens-Werke und des Lampenherstellers Ledvance am Dienstag eine zwölfstündige Mahnwache abhalten. Von 5 bis 17 Uhr wollen sie vor dem Siemens-Dynamowerk an der Ecke Nonnendammallee/Rohrdamm in Spandau einen stillen Protest abhalten. Um 12 Uhr ist eine Kundgebung geplant. Betroffen vom möglichen Stellenabbau sind außerdem das Gasturbinenwerk des Unternehmens in Moabit und die Lampenfirma Ledvance in Spandau, eine frühere Osram-Tochter. Auch deren Mitarbeiter wollen sich an der von der IG Metall unterstützten Mahnwache beteiligen.

Anlass sind Gespräche zwischen den Siemens-Betriebsräten und der Konzernspitze am Dienstag in München. Siemens will weltweit 6900 Stellen streichen, das kündigte der Konzern bereits im November an. Etwa die Hälfte davon sollen in Deutschland wegfallen. In Berlin arbeiten rund 11 500 Menschen für das Unternehmen. 870 Stellen sollen wegfallen. Konkret geht es um 570 der 800 Stellen im Dynamowerk in Spandau. Hier soll die Fertigung geschlossen werden. Im Gasturbinenwerk in Moabit sollen 300 Stellen wegfallen. Grund sind laut Konzernführung fehlende Aufträge. Unlängst war das Werk noch am wichtigsten Einzelauftrag der Firmengeschichte beteiligt: am Bau des größten Gaskraftwerks der Welt in Ägypten. Der Auftrag ist aber so gut wie abgeschlossen.

Der Leuchtmittelhersteller Ledvance will nach Gewerkschaftsangaben in Deutschland mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze abbauen: Hier geht es um 1300 von 2400 Jobs. In der Hauptstadt stehen 220 Stellen auf dem Spiel. Ledvance war seit 2016 die Lampensparte von Osram. Zum 1. März 2017 verkaufte das Unternehmen Ledvance für mehr als 400 Millionen Euro an ein Konsortium um den chinesischen Investor MLS. Laut IG Metall wollte sich MLS durch den Kauf einen Marktzugang nach Deutschland und Europa sichern.

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