Kleiner großer kleiner Mann
Leiden und Größe eines alten Meisters: Die Filmdoku »Diego Maradona« zeigt einen Menschen, wo heute Maschinen sind
Das ist natürlich misslich, so deutlich auf die Wertlosigkeit des Fußballerfilms »Kroos« hingewiesen zu haben (»neues deutschland« vom 4.7.), denn Leuten, die »Kroos« gesehen hätten, müsste man zur Dokumentation »Diego Maradona« nicht mehr sagen, als dass sie das glatte, genaue, hundertprozentige Gegenteil von »Kroos« ist, so wie Diego Armando Maradona das glatte, genaue, hundertprozentige Gegenteil von Toni Kroos vorstellt.
Denn während der Deutsche den Mittelschichtstraum vom Aufstieg durch Leistung und Bescheidenheit verkörpert und im kurrenten Fußball als Medialzirkusveranstaltung so zu Hause ist wie in seinem (vergleichsweise) bescheidenen Zuhause, blieb Maradona einer von draußen: erst als Spektakel und Gott, dann als gefallener Engel und aufgedunsener Drogist, ein Wrack bis heute. Ein Opfer allerdings nicht, wie es naheläge, seines Genies, dem die Götter alle Schmerzen, die unendlichen, und die Freuden, die unendlichen, voll und...
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