Glaubwürdigkeitsspritze

Markus Drescher über Parteispenden, deren Ausbleiben und eine Chance

Die Skepsis gegenüber Parteien und Politikern könnte unserer Tage wohl kaum größer sein. Beide stehen bei vielen fast schon unter Generalverdacht, käuflich zu sein. Und gerade Parteispenden haben in der Vergangenheit nicht gerade dazu beigetragen, den Eindruck zu zerstreuen - und tun es bis heute nicht -, dass der Bürger nicht von seinen gewählten Abgeordneten regiert wird, sondern nach der Melodie desjenigen, an dessen Brot sich gütlich getan wird. Die seit Langem geforderte grundlegende Reform der Parteienfinanzierung und der damit einhergehende Ruf nach einer politischen Kultur, die dem bürgerlichen Misstrauen entgegentritt, wurden bisher ausgesessen - das Vertrauen hat auch dies mit Sicherheit nicht gesteigert.

Nun aber könnte der blanke ökonomische Druck ob des ausbleibenden Geldsegens Bewegung in die Sache bringen. Allerdings sollte es dann nicht nur darum gehen, dass die Parteien möglichst kreative Wege finden, wieder mehr aus den Spendierhosen in ihre eigenen Taschen zu lenken. Wenn auch nicht gleich gänzlich auf Spenden verzichtet wird, sollte doch dringend die Chance genutzt werden, die Taschen transparent zu machen. Absolute Offenheit wer woher wie viel bekommt, glasklare Regeln, die gar keine Chance mehr lassen, überhaupt in den Ruch der Trickserei zu kommen. Auch eine Glaubwürdigkeitsspritze kann sich lohnen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -