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Kämpferisch
Sharon Graham ist neue Chefin der britischen Gewerkschaft Unite
Großbritanniens größte Industrie-Gewerkschaft Unite, hat eine neue Generalsekretärin. In einer unter der Mitgliedschaft abgehaltenen Briefwahl setzte sich Sharon Graham gegen drei Mitbewerber durch. Sie ist die erste Frau an der Spitze dieser Gewerkschaft. Graham hatte sich als »Kandidatin der Arbeiter« präsentiert und versprochen, den Organisationsgrad in den Betrieben zu erhöhen und Unite auf einen kämpferischen Kurs zu führen.
Die 1968 in London Geborene ist seit ihrem 17. Lebensjahr aktive Gewerkschafterin. Damals organisierte sie als Kellnerin gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen einen erfolgreichen Streik gegen prekäre Arbeitsbedingungen und ungleiche Löhne. Laut eigenen Angaben hat sie seitdem keinen einzigen Arbeitskampf verloren. Insgesamt hat Graham 14 teils langwierige und bittere Streiks gegen große Konzerne wie etwa British Airways angeführt.
Seit 2016 baute die Gewerkschafterin bei Unite die »Abteilung für Organisation und Hebelwirkung« auf. Deren Zweck ist die Unterstützung von Belegschaften, die sich »schwierigen«, also gewerkschaftsfeindlichen Bossen ausgesetzt sehen. Unter »Hebelwirkung« versteht Graham direkte Aktionen zur Unterstützung solcher Belegschaften, etwa durch Kundgebungen vor den Wohnhäusern von Unternehmern oder Protestaktionen bei Aktionärsversammlungen.
»Eine starke Gewerkschaft ist der einzige Weg im Kampf gegen den Faschismus« - Organizing-Vordenkerin Jane McAlevey über den politischen Druck auf Gewerkschaften und die Überwindung der Spaltung der Arbeiter*innen
Anders als ihr Vorgänger Len McCluskey will Graham nicht ihre Zeit damit verbringen, die Parlamentsfraktion der Labour-Partei von gewerkschaftlichen Positionen zu überzeugen. Darin sieht sie nur einen Nebenschauplatz. Priorität hat der Aufbau gewerkschaftlicher Macht an den Arbeitsplätzen. Graham verkündete, dass es für Unite künftig keine No-go-Zonen mehr gebe. Deutsche und US-Gewerkschaften lädt sie zur Zusammenarbeit in einer Kampagne ein, die den Amazon-Konzern auf seinen drei größten Absatzmärkten unter Druck setzen soll.
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