Sternstunden und Sternschnuppen
Heute wird der Theaterregisseur und langjährige BE-Intendant Manfred Wekwerth achtzig Jahre alt
Jede Sternstunde des Theaters ist nur eine Sternschnuppensekunde – denn das Theater rast vorwärts, überholt sich quasi immer wieder selber, ein Handwerk des Um- und Umschaufelns von Ereignissen, das Unsterblichkeit einzig in der Meisterschaft erlangt, Vergänglichkeit zu produzieren. Aber auch Sternschnuppen ziehen mitunter eine lange Bahn.
Vor über vierzig Jahren war es: »Coriolan«-Premiere am Berliner Ensemble, Brechts Bearbeitung von Shakespeares Drama. Ekkehard Schall und Hilmar Thate, Coriolan und Aufidius, Feldherren einer mörderischen Egozentrik; der Kampf zweier Heerführer auch als Kampf zweier großartiger Schauspieler, und die ganze Aufführung (mit den von Ruth Berghaus einstudierten Schlachtszenen, im frappierend einfachen Bühnenbild Karl von Appens): Blick ins Getriebe eines kalt auf Hochtouren getriebenen Motors der Macht. Ein Wurf gegen den Personenkult, gegen das Unersetzlichkeitssyndrom der Bedeutsamen; nebenstehend...
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