Politiker sollten nach Leistung bezahlt werden

Kommission empfiehlt dem Landtagspräsidium kilometergenaue Abrechnung der Fahrkosten

  • Lesedauer: 2 Min.

Potsdam (dpa/ND). Die Bezüge der Landtagsabgeordneten sollen sich stärker am Arbeitsaufwand orientieren und nicht mehr pauschal berechnet werden. Das empfiehlt die Unabhängige Kommission beim Landtag unter Vorsitz des Rechnungshofpräsidenten Thomas Apelt. Am Mittwoch hat das Gremium dem Landtagspräsidium seine Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Abgeordnetenrechts übergeben. Die Hinweise zielen auf mehr Transparenz und Steuergerechtigkeit, sagte Apelt.

Die monatlichen Bezüge sollten aus Sicht der Kommission von rund 4500 Euro auf 5900 Euro steigen. Dafür sollen Pauschalen – etwa für die Finanzierung der Wahlkreisbüros – wegfallen. Gravierende Änderungen sieht die Kommission auch bei der Altersvorsorge vor, die bislang allein aus dem Landeshaushalt finanziert wird. Nach dem Willen der Experten soll den Abgeordneten ein monatlicher Zuschuss von bis zu 1500 Euro für eine eigenverantwortlich gestaltete Altersversorgung gezahlt werden.

Fahrtenbücher gehören möglicherweise bald auch in die Autos der Volksvertreter, denn die Kommission empfiehlt die kilometergenaue Abrechnung der Fahrten. Bislang erhalten die Abgeordneten eine Pauschale – unabhängig davon, wie viele Kilometer sie tatsächlich zurücklegen. Die Vorschläge sollen jetzt im Hauptausschuss beraten werden. Frühestens Ende 2010 könnten die Empfehlungen in ein Gesetz münden.

Die Richtung der Vorschläge stimme, meinte Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. Die Kosten für die Wahlkreisbüros müssten jedoch gesondert ausgewiesen werden, damit die Bezüge der Politiker mit den Löhnen der Arbeitnehmer vergleichbar bleiben.

Abonniere das »nd«
Linkssein ist kompliziert.
Wir behalten den Überblick!

Mit unserem Digital-Aktionsabo kannst Du alle Ausgaben von »nd« digital (nd.App oder nd.Epaper) für wenig Geld zu Hause oder unterwegs lesen.
Jetzt abonnieren!

Das »nd« bleibt gefährdet

Mit deiner Hilfe hat sich das »nd« zukunftsfähig aufgestellt. Dafür sagen wir danke. Und trotzdem haben wir schlechte Nachrichten. In Zeiten wie diesen bleibt eine linke Zeitung wie unsere gefährdet. Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung nach oben zeigt, besteht eine niedrige, sechsstellige Lücke zum Jahresende. Dein Beitrag ermöglicht uns zu recherchieren, zu schreiben und zu publizieren. Zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Vielen Dank!