Frühe Dinosaurier
Skelettfunde beleuchten Verwandtschaftsverhältnis
Für einen Dinosaurier ist Tawa recht klein, aber der Fund des gut hundegroßen Urzeitwesens gilt als Sensation. Das liegt nicht nur an den fast vollständig erhaltenen versteinerten Skeletten, die Forscher im US-Staat New Mexico bargen, sondern auch an dem hohen Alter von rund 214 Millionen Jahren. Damit bringen Tawa hallae und die übrigen entdeckten Fossilien, über die US-Forscher im Fachblatt »Science« (Bd. 326, S. 1530) berichten, Licht in die Frühgeschichte der Dinosaurier.
Die Urzeitreptilien tauchten erstmals vor etwa 230 Millionen Jahren auf und verschwanden vor rund 65 Millionen Jahren wieder vom Antlitz der Erde. Gerade aus der Frühphase, dem Trias vor 250 bis 200 Millionen Jahren, aus dem auch Eidechsen, Schildkröten, Frösche und Säugetiere stammen, gab es bislang nur spärliche Funde. Doch vor fünf Jahren entdeckten Hobbypaläontologen im Süden der USA nahe der Stadt Abiquiu einen Saurierfriedhof mit einem halben Dutzend zum Teil sehr gut erhaltenen Skeletten.
Gleich neben Tawa stießen die Forscher auf zwei weitere Arten von Theropoden aus jener Zeit. »Als wir die evolutionären Beziehungen dieser Dinosaurier analysierten, entdeckten wir, dass sie nur entfernt miteinander verwandt waren, und dass jede Art nahe Verwandte in Südamerika hatte«, sagt Randall Irmis von der Universität von Utah. Vermutlich – so die Forscher – entstanden die Urzeitwesen im heutigen Südamerika.
Bislang wurde in Nordamerika noch keiner der pflanzenfressenden Sauropoden aus dem Trias entdeckt, wie Irmis betont: »Aus irgendeinem Grund fanden damals nur die fleischfressenden Dinosaurier das nordamerikanische Klima günstig.«
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