- Kommentare
- kommentiert
Fürchterlich
Die Arbeitsbedingungen für junge Menschen scheinen sich neuesten Erkenntnissen des Deutschen Gewerkschaftsbundes zufolge zum Schlechteren hin zu entwickeln. 80 Prozent der jungen Menschen gehen auch zur Arbeit, wenn sie krank sind; knapp die Hälfte der Befragten lässt sich Medikamente verschreiben, um fit für den Job zu sein. Und das alles für einen Verdienst, der immer öfter unter aller Würde ist und zum Leben nicht reicht – ganz zu schweigen von einer privaten Altersvorsorge, einem Urlaub oder zusätzlichen Gesundheitsleistungen. Kein Wunder, dass sich immer mehr junge Beschäftigte vor der Zukunft fürchten.
Doch die aktuelle Gewerkschaftserhebung ist längst nicht alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. Immer länger werden junge Menschen von ihren Eltern unterstützt, ehe sie finanziell auf die eigenen Beine kommen. Können Eltern dies nicht leisten, wird zur Freude der Bank der Dispokredit bemüht. Viele müssen trotz eines Vollzeitjobs aufstockende Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Und als ob dies alles noch nicht reicht, diskutiert eine finanziell satte Regierung dann auch noch darüber, dass ein Mindestlohn nicht in Frage kommt und Geringverdiener in der gesetzlichen Krankenversicherung künftig zu Bittstellern werden sollen, die Anträge verfassen müssen, wenn sie behandelt werden wollen.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.