Guter Rad

  • Bernd Kammersattelt wieder den Drahtesel
  • Lesedauer: 2 Min.

Mit den Sonnenstrahlen werden sie wieder herausgekitzelt – die Radfahrer. War ihr Anteil am Gesamtverkehr dank der dunklen Mächte aller Eisheiligen gerade erst gegen Null tendiert, beweist nun halb Berlin, dass man Radfahren auch im tiefsten Winter nicht verlernen kann. Um mehr als 50 Prozent hat der Fahrradverkehr seit 1998 zugenommen, 13 Prozent aller Wege werden in Berlin mittlerweile mit dem Rad erledigt, Tendenz steigend.

Die Botschaft in Zeiten von Benzinhöchstpreisen ist klar: Nicht nur Ökos oder Gesundheitsfanatiker treten umweltfreundlich und preisgünstig in die Pedalen, das Fahrrad ist längst wieder alltägliches Massenverkehrsmittel geworden. Und der Senat hat die Zeichen der Zeit erkannt. »Stadtrad Berlin« heißt das Pilotprojekt, das gestern mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums gestartet wurde. An elf U-, S-Bahn- und Regionalbahnhöfen können 300 ausgewählte Kunden Räder kostenlos ausleihen.

Das Ganze soll noch einfacher funktionieren als das bereits bekannte Verleihsystem »Call a bike« der Bahn. Die Kunden werden das Rad auch ohne den bisher notwendigen Handy-Anruf nutzen können. Ziel sei die Integration des Leihfarrad-Systems in das des traditionellen öffentlichen Nahverkehrs, so die Senatsverkehrsverwaltung. Wer also mit der U- oder S-Bahn auf einem Bahnhof ankommt, soll dort aufs Zweirad umsteigen können, dessen Nutzung dann im Fahrpreis inklusive wäre. So könnte umgekehrt auch der öffentliche Nahverkehr vom Fahrradboom profitieren.

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