Engel im Bau-Markt
Bieito in Stuttgart: Wagners »Parsifal«
Am einstigen Vorzeigehaus der deutschen Opernlandschaft ließ man Albrecht Puhlmann, als Nachfolger des Erfolgsintendanten Klaus Zehelein, keinen Flopp als Geschäftsrisiko durchgehen, kreidete ihm den Krach mit Generalmusikdirektor Honeck und einige Ungeschicklichkeiten in der Besetzungspolitik doppelt an, verlängerte seine erste Intendanz nicht und verwehrte ihm so die Chance auf jene zweite Amtsperiode, die es braucht, um ein Profil zu bestimmen. Dass er mit Stefan Herheims »Rosenkavalier« einen Coup landete und den jetzt – auf andere Weise – mit Calixto Bieitos »Parsifal« wiederholen konnte, nutzt ihm nichts mehr. Fürs Publikum aber: ein Gewinn.
Wenn dieses Publikum denn bereit ist, der Sicht des Katalanen auf diese Wagner-Ikone zu folgen. Sie gerät ihm nicht nur radikal und obsessiv, wie man es von Bieito gewöhnt ist. Sie ist auch von einem tiefen Ernst, dringt zur Kritik der religiösen Dimension bei Wagner vor und stell...
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