Unklarheiten um das ICC

Opposition argwöhnisch / Senat: Schließen fürs Sanieren

  • Lesedauer: 2 Min.

(dpa). Konzeptlosigkeit und Irreführung bei der geplanten Sanierung des Internationalen Congress Centrums (ICC) hat die Opposition im Abgeordnetenhaus dem rot-roten Senat vorgeworfen. Öffentlich würden sich dessen Mitglieder für einen Erhalt und eine Sanierung im Betrieb des ICC aussprechen. »Parallel werden aber mögliche Schließungs- oder sogar Abrissvarianten geprüft«, argwöhnte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Volker Thiel, am Mittwoch. CDU, FDP und Grüne appellierten an die Regierungsparteien SPD und Linke, sich für den Erhalt des ICC-Gebäudes einzusetzen.

Anlass zur Kritik gab das Vorhaben des Berliner Wirtschaftssenators Harald Wolf (Linke), der auf einen neuen Beschluss zum ICC hinarbeitet. Im Mai 2008 hatte der Senat entschieden, das bestehende Messegebäude bei laufendem Betrieb zu sanieren. Nach Presseberichten habe sich jedoch herausgestellt, dass eine Sanierung bei gleichzeitigen Veranstaltungen technisch nicht möglich sei.

Wie der Sprecher des Wirtschaftssenators, Stephan Schulz, bestätigte, empfiehlt der Entwurf für den Senatsbeschluss eine Schließung des Kongresszentrums für die Sanierung. »Mittlerweile sprechen nicht nur finanzielle, sondern auch technische Gründe dagegen, das Gebäude bei laufendem Betrieb zu sanieren«, sagte Schulz. Die notwendigen Bauarbeiten würden das Messegeschäft »massiv beeinträchtigen«. Eine Schließung wäre demnach wesentlich effizienter und kostengünstiger. In der Vorlage ist ein Ersatzgebäude vorgesehen, um Einnahmeverluste während der Bauarbeiten zu verhindern.

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Jochen Esser, deutete am Mittwoch das Vorhaben als Versuch, »durch die Hintertür weiter den Abriss des ICC und einen Neubau« bewirken zu wollen.

Die Berliner Messegesellschaft zeigte sich dagegen erfreut über den Vorstoß des Wirtschaftssenators. Die Feststellung, dass eine Sanierung bei gleichzeitigen Veranstaltungen technisch nicht möglich wäre, sei »sachlich völlig richtig», sagte ein Sprecher.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.