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Terror gegen Pilger in Bagdad

Über 50 irakische Schiiten starben bei Bombenanschlägen

  • Lesedauer: 2 Min.
Terroristen haben in Irak durch Bombenanschläge über 50 schiitische Pilger getötet. Mehr als 200 Menschen wurden seit Mittwochabend verletzt.

Bagdad/Madrid (dpa/ND). Am Donnerstag starben nach Angaben von irakischen Agenturen und Augenzeugen 25 Menschen, als in mehreren Stadtvierteln von Bagdad Bomben in den Straßen detonierten, durch die der Strom der Pilger zog.

Am Vorabend waren wenige Kilometer vom Schrein des Imams Mussa al-Kadhim (745-799) im Norden der Hauptstadt 28 Menschen ums Leben gekommen, als sich ein Selbstmordattentäter inmitten der Pilger gesprengt hatte.

Trotz der Anschläge begingen Hunderttausende von Pilgern am Donnerstag den Todestag des von ihnen verehrten Heiligen. Viele von ihnen hatten die Wallfahrt zu dem Schrein, der in Bagdad in dem nach dem Imam benannten Kadhimija-Viertel liegt, zu Fuß unternommen. Die sunnitischen Al Qaida-Terroristen hatten in Irak an den religiösen Feiertagen der Schiiten schon mehrfach Pilger angegriffen. Polizei und Armee treffen an diesen Tagen deshalb stets besondere Sicherheitsvorkehrungen und sperren einzelne Straßen für den Verkehr. Dennoch gelingt es den Terroristen immer wieder, sich mit ihren Bomben unter die Pilger zu mischen.

Sieben Jahre nach dem Tod des spanischen Reporters José Couso im Irakkrieg rollt die Justiz in Madrid das Ermittlungsverfahren neu auf. Der Oberste Gerichtshof gab einstimmig einem entsprechenden Antrag der Familie des Kameramanns statt, der für den Privatsender Telecinco arbeitete. Couso war am 8. April 2003 bei einem US-Angriff auf das Hotel »Palestine« in Bagdad getötet worden. Er stand damals auf dem Balkon des Hotels und filmte Positionen der Amerikaner, als das Gebäude von einem US-Panzer beschossen wurde. Auch ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters kam dabei ums Leben. Spaniens Nationaler Gerichtshof hatte das Verfahren bereits zweimal eingestellt, zuletzt im Juli 2009.

Der zuständige Ermittlungsrichter Santiago Pedraz hatte drei US-Soldaten zur Last gelegt, Couso vorsätzlich getötet zu haben. Das Gericht befand damals jedoch, dass Pedraz die Darstellung der Militärs zu den Geschehnissen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die Familie legte gegen die Entscheidung Einspruch ein.

Die USA haben den Antrag der spanischen Justiz, die drei Soldaten zu vernehmen, stets abgelehnt.

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