»Schreckliches Niveau« der Opposition

SPD rügt den im Landtag mittlerweile gepflegten Stil persönlicher Angriffe

  • Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.

Der neue SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Holzschuher zeigte gestern der Opposition sofort die harte Kante. Politikern von CDU, FDP und Grünen warf er vor, sich in den vergangenen Monaten auf ein »schreckliches Niveau« begeben zu haben. Die Grenze zur Unsachlichkeit sei mehrfach überschritten gewesen. In solchen Fällen werde auch er selbst nicht länger die Freundlichkeit aufbringen, die andere an ihm mögen. Dieser Stil persönlicher Angriffe, wie die Opposition ihn pflege, werde von den Brandenburgern nicht geschätzt, machte Holzschuher klar.

»Ich hoffe, dass das nicht das Niveau der Zusammenarbeit wird«, konterte CDU-Fraktionschefin Saskia Ludwig. Der neue SPD-Fraktionsvorsitzende scheine »unbelehrbar zu sein«. Grünen-Fraktionschef Axel Vogel ergänzte: »Ich hoffe, er wird uns ins Gesicht sagen, worauf sich diese unterirdische Aussage stützt.«

Um Ruhe bemühte sich der designierte Innenminister Dietmar Woidke (SPD), der den Stuhl des Fraktionsvorsitzenden für Holzschuher freigemacht hatte. Ihm hatte der CDU-Politiker Sven Petke vorgeworfen, seine Besetzung sei ein Schnellschuss gewesen und im Metier Innenpolitik sei er kein Fachmann. »Die Atmosphäre, die sich im Landtag herausgebildet hat, ist dem Land nicht zuträglich«, sagte Woidke. Mit Blick auf die Opposition meinte er, persönliche Angriffe seien auch in Zukunft zu erwarten. Dieses Niveau wäre aber nicht hilfreich.

Linksfraktionschefin Kerstin Kaiser betonte, Woidke sei für Politik auf verschiedenen Feldern kompetent. Er sei nie nur Landwirtschaftsexperte gewesen.

Am Gesetzentwurf zur Polizeireform werde nur das parlamentarische Verfahren Änderungen vornehmen können, sagte Woidke. Die künftige Zahl der Polizeiwachen sei darin nicht geregelt. Doch sei er sich bewusst, dass es vor allem die Frage der Schließung von Wache sei, die für Diskussionen sorge. Der vorherige Innenminister Rainer Speer wollte von 52 Wachen »15 plus X« beibehalten, den Rest abschaffen. »Wir werden nicht jede Wache aufrechterhalten können«, erklärte Woidke. Doch müsse gesichert werden, dass »die Präsenz der Polizei in der Fläche erhalten bleibt – was Qualität und was Quantität betrifft«.

Personalie Seite 8

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.