Betriebsplan für CO2-Erkundung zugelassen

  • Peter Jähnel, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Die heftig umstrittenen Pläne zur unterirdischen Einlagerung von Kohlendioxid in Ostbrandenburg nehmen Gestalt an. Das Landesbergamt hat den Hauptbetriebsplan für die Region Birkholz-Beeskow zugelassen. Bis zur CO2-Speicherung ist es aber noch weit.

Wie das Bergamt am Freitag mitteilte, ist das Bundesberggesetz Grundlage der Genehmigung für die VE Carbon Storage GmbH & Co. KG, eine Tochterfirma des Energiekonzerns Vattenfall. Das Unternehmen hatte die Erkundung von Sole in tiefen Gesteinsschichten beantragt. Dort kann auch das nach dem CCS-Verfahren aus dem Rauch von Kraftwerken abgetrennte Treibhausgas C02 gespeichert werden.

Der Hauptbetriebsplan erlaube aber noch keine Erkundungsarbeiten, sagte Bergamtspräsident Klaus Freytag. »Dieser Plan ist der Einstieg zur Vorlage von Sonderbetriebsplänen«, erläuterte er. Die Zulassung der Erkundung in Salzwasser führenden Schichten von 900 bis 1300 Meter Tiefe bedeutet nicht, dass auch eine Speicherung von C02 erlaubt ist. »Dafür muss die Bundesregierung ein CCS-Gesetz vorlegen«, betonte Freytag. Damit wird nach mehrmaliger Verzögerung nun für dieses Jahr gerechnet.

Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) will die Rechtsgrundlage zur Erkundung unterirdischer CO2-Lagerstätten im Eilverfahren von einem Gericht überprüfen lassen.

Die Bürgerinitiative »CO2-Endlager stoppen« nannte das »eine Kampfansage gegen die Bürger in Ostbrandenburg«. Die Stadt Beeskow zweifelt die Rechtmäßigkeit einer Erkundung nur auf Basis des Bundesbergbaurechtes an. Sie hatten bereits vor Weihnachten beim Verwaltungsgericht Cottbus Klage gegen eine frühere Erlaubnis des Landesbergamtes für Vattenfall eingelegt, die geologischen Bedingungen im Raum Birkenholz-Beeskow zu erkunden. Neben der Region um Beeskow wehren sich auch viele Bewohner der Gegend um Neutrebbin gegen eine CO2-Einlagerung.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -