Kleine Flüsse rücken in den Blick

Beseitigung von Hochwasserschäden wird drei Millionen Euro kosten

  • Gudrun Janicke, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Alle Flüsse in Brandenburg führten in den vergangenen Monaten sehr viel Wasser. Vielerorts leiden die Menschen immer noch unter den Folgen, weiß Umweltministerin Anita Tack (LINKE). Mit Landräten, Bürgermeistern und Mitarbeitern verschiedener Ministerien hat sie am Mittwoch das weitere Vorgehen beraten.

Sie verstehe die Verzweiflung der Menschen, sagte Tack. Die Beseitigung der Schäden werde mehrere Monate in Anspruch nehmen und nach groben Schätzungen drei Millionen Euro kosten. Zunächst werde weiter an der Sanierung der Deiche entlang von Elbe und Oder gearbeitet. Jeweils knapp 20 Kilometer müssen hier noch erneuert werden, über 90 Prozent seien es bereits.

Dann rücken die kleinen Flüsse stärker in den Blick: Schwarze Elster, Neiße, Havel und Spree. Landesumweltamtspräsident Matthias Freude betont, man müsse sich darauf einstellen, dass Brandenburg auch in Zukunft von vergleichbaren Naturereignissen heimgesucht werde. »Wir können es uns aber nicht leisten, jeden Quadratzentimeter Deich wieder aufzubauen.« Derzeit sind von rund 1500 Kilometern Deich im Land etwa 210 Kilometer saniert. Bis 2013 stehen jährlich etwa 20 Millionen Euro bereit. In den vergangenen 20 Jahren flossen etwa 300 Millionen Euro in die Deichsanierung.

Der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), unterstreicht, dass vielerorts im Oderbruch die Menschen in ihrer Existenz bedroht seien – vor allem durch die extrem hohen Binnenwasserstände.

Für den Landrat von Elbe-Elster, Christian Jaschinski (CDU), ist nach dem Hochwasser der Schwarzen Elster im Herbst klar: »Die Deiche entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen.« Das Naturereignis habe allein dem Landkreis Kosten in Höhe von 800 000 Euro verursacht. Eine Rechnung der Bundeswehr über ihren Einsatz von rund 800 000 Euro stehe noch aus.

Grünen-Fraktionschef Axel Vogel fordert neue Überflutungsflächen, um dem Wasser mehr Raum zu geben. Der FDP-Landtagsabgeordnete Gregor Beyer verlangt einen Fonds, aus dem künftig Hochwasserschäden beglichen werden können. »Schadensregulierung darf nicht nach Kassenlage erfolgen.«

Brandenburg plant im Juni eine internationale Hochwasserkonferenz mit Teilnehmern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie Polen und Tschechien.

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