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Keine CO2-Erkundung in Wittstock
Potsdam (dpa/ND). Gegenwärtige Forschungsarbeiten in Wittstock dienen nach Darstellung des Wirtschaftsministeriums nicht der Erkundung unterirdischer Speichermöglichkeiten für das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2). Die Arbeiten Kieler Geowissenschaftler werden vom Bundesforschungsministerium gefördert, hieß es. In die Planung seien weder das brandenburgische Wirtschaftsministerium noch das Landesbergamt eingebunden. »Der im Rahmen des Forschungsprojektes geplante Injektionsversuch erfolgt auf Grundlage einer Genehmigung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin«, erklärte das Wirtschaftsministerium. Im Land sei nur geplant, den Untergrund in den Gegenden Beeskow und Neutrebbin in Ostbrandenburg daraufhin zu untersuchen, ob eine sichere Speicherung von CO2 möglich ist. Wenn es nicht sicher sei, werde nicht gespeichert. Es gebe keine Pläne, in anderen Regionen Brandenburgs Erkundungsarbeiten durchzuführen. Die Grünen hatten von Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) Aufklärung verlangt.
Gegner der CCS-Technologie zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid haben angekündigt, zum Auftakt des Parteitages der Brandenburger LINKEN zu protestieren. Greenpeace-Aktivisten wollen eine zwei Meter hohe CO2-Bombe vor das Potsdamer Kongresshotel am Templiner See bringen. Sie fordern die LINKE auf, statt der Erprobung der CO2-Endlagerung einen Kohleausstieg bis 2040 voranzutreiben. Die Umweltschützer halten die Risiken der CCS-Technologie für unkalkulierbar. Die Sicherheit der Bürger könne daher nicht gewährleistet werden.
Der Antrag zu CCS, über den die LINKE auf ihrem Parteitag abstimmen wolle, sei »energiepolitisch rückwärtsgewandt und zutiefst undemokratisch«, heißt es in einer Mitteilung der Bürgerinitiative »CO2-Endlager stoppen« aus dem Landkreis Oder-Spree und der »Klinger Runde« aus der Lausitz. Die LINKE befürwortet laut Antrag die Erprobung der Technologie, wenn die Sicherheit der Bürger gewährleistet ist.
Die LINKE will den Landesparteitag live im Internet übertragen. Er findet am Sonnabend von 9.30 bis 19 Uhr und am Sonntag von 8.30 bis 15 Uhr statt. Sonntagfrüh redet der Bundesparteivorsitzende Klaus Ernst. Das Potsdamer Kongresshotel befindet sich am Luftschiffhafen 1.
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