Jenseits des Bionade-Biedermeiers
Die politische Anliegerinitiative Marthashof in Prenzlauer Berg hinterfragt Luxus-Townhouses
Frühsommer 2011, Prenzlauer Berg ist noch immer eine Baustelle. In der Oderberger Straße schieben sich die Fußgänger auf dem Gehweg zwischen Absperrungen durch den Schotter. Claudia Hering wohnt auf der südlichen Straßenseite. Hinter ihrem Haus hat sie eine weitere Lärmquelle: Bis nah an die Grundstücksgrenze wird der Marthashof gebaut, ein Ensemble von sogenannten Townhouses – luxeriöse Wohnhäusern. Nackte Betonwände ragen fünf Stockwerke empor. Auch auf der Kastanienallee begann der Umbau, und am Südende des Mauerparks laufen bereits die Planungen für eine massive Bebauung, ebenso auf dem ehemaligen Mauerstreifen entlang der Bernauer Straße.
Es gibt kaum eine Ecke im näheren Umfeld von Claudia Herings Wohnung, die unberührt bleibt. Ihr Lebensraum vor der Haustür wird verdichtet. Das städtische Idyll, mit der Investor Stofanel für den Marthashof auf einer Website wirbt, kann die 46-Jährige nicht mehr erkennen; für sie geht eine Bes...
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