- Brandenburg
- Brandenburg
Hinter Glas auf rot-rotem Teppich
Muster der Abgeordnetenbüros im neuen Landtag vorgestellt
»Große Fenster wünsch’ ich allen Menschen«, heißt es in einem alten Schlager. Die Planer des neuen Landtags haben sich das sogar bei den Türen zum Vorbild genommen, »dass die Einsicht und die Aussicht groß sind«. Man soll den Volksvertreter tatsächlich vom Flur aus beobachten können. Durch eine Glastür fällt der Blick hinein - und natürlich kann auch hinausgeschaut werden.
Gestern stellte Landtagsvizepräsidentin Gerrit Große (LINKE), die beiden Musterbüros für den künftigen Landtag vor. Große ist die Vorsitzende der Ausstattungskommission für den Parlamentsneubau, der gegenwärtig auf dem Alten Markt in Potsdam entsteht. Man habe sich nach langer »Bemusterung« für eine konkrete Variante entschieden, sagte die Politikerin. Errichtet wurden die Musterbüros in einer Garage neben dem alten Landtag auf dem Brauhausberg. Richtfest wird auf dem Alten Markt am 24. November gefeiert.
Im gesamten Bürotrakt des neuen Landtags wird ein korallenroter Teppich ausgelegt sein, der zusammen mit den weißen Möbeln und dem Deckenlicht eine warme Arbeitsatmosphäre und damit »positive Gefühle« erzeugen soll. Auch über die Anzahl der Uhren und über die künstlerische Ausstattung wird in der Kommission entschieden. »Wir werden Kunst aufkaufen, die Fraktionen können sich dann ihre Wandausgestaltung in einem zu schaffenden Fundus leihen«, sagte Große. Dem einfachen Abgeordneten steht ein Büro mit 17 oder 18 Quadratmetern zu. Die Raumhöhe beträgt vier Meter. Wie schon jetzt auf dem Brauhausberg wird die CDU auch auf dem Alten Markt unter dem Dach sitzen. So sieht es der Belegungsplan für das Haus vor. Dann wird eine Gefahr für die Christdemokraten geringer sein - die Einsturzgefahr. Kaffeemaschinen zu betreiben, wird im neuen Landtag verboten, war gestern zu erfahren. Wer an dieses Elixier heran will, der müsse dann an einen der dort aufgestellten Automaten gehen, hieß es. Diese Anordnung wird mit Sicherheit auf Widerstand stoßen.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.