Komische Oper will mehr Unterhaltung

  • Lesedauer: 2 Min.

(dpa). Schrill, risikofreudig, originell - der künftige Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, will den anderen beiden großen Musiktheatern der Hauptstadt nicht nachlaufen. »Es macht keinen Sinn, wenn die Komische Oper versucht, die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper zu spiegeln«, sagte Kosky vor Journalisten. »Wir müssen ein Risiko-Haus werden«, betonte der Australier, der in der kommenden Spielzeit das kleinste der drei Berliner Opernhäuser übernimmt. Der jetzige Intendant Andreas Homoki wechselt an die Oper Zürich.

Kosky will die Komische Oper stärker an die Tradition des historischen Hauses am heutigen Standort anlehnen, dem legendären Metropol-Revuetheater. »Wir wollen nicht das machen, was auch die anderen Häuser machen«, etwa große Oper von Wagner, Verdi oder Puccini. Er setze stärker auf Unterhaltung und die jüdische Kultur des Showbussinnes der Weimarer Republik, die durch den Nationalsozialismus zerstört wurde.

Das Programm soll auf drei Säulen stehen: Dem Kernrepertoire von Barock über die Werke Mozarts bis zu slawischer Musik, Uraufführungen und Kinderopern sowie Operette und Musical. Einzelheiten zur Spielzeit 2012/13 will Kosky erst im März verkünden.

Der 1967 geborene Kosky, der bereits sechs Inszenierungen an der Komischen Oper auf die Bühne gebracht hat, plant eine Erneuerung des Regisseur-Stamms am Haus. »Wir wollen nicht neue Interpretationen, sondern neue Formen.« Die 1947 gegründete Komische Oper könne sich nicht mehr nur auf die Traditionen ihres Gründers Walter Felsenstein und des langjährigen Chefregisseurs Harry Kupfer beziehen.

Wir-schenken-uns-nichts
Unsere Weihnachtsaktion bringt nicht nur Lesefreude, sondern auch Wärme und Festlichkeit ins Haus. Zum dreimonatigen Probeabo gibt es ein Paar linke Socken von Socken mit Haltung und eine Flasche prickelnden Sekko Soziale – perfekt für eine entspannte Winterzeit. Ein Geschenk, das informiert, wärmt und das Aussteiger-Programm von EXIT-Deutschland unterstützt. Jetzt ein Wir-schenken-uns-nichts-Geschenk bestellen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -