Kupferdach verzögert Bau des Landtags

Zinkblech war bereits angeliefert / Morgen wird Richtfest gefeiert

  • Gudrun Janicke, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Der neue Potsdamer Landtag wird trotz einer Spende von Software-Millionär Hasso Plattner voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr sein neues Kupferdach erhalten. Denn ursprünglich war ein Titanzinkdach geplant. Das liegt bereits zu großen Teilen auf der Baustelle in der Innenstadt bereit. »Jetzt muss der Ablauf überarbeitet werden. Alte Aufträge sind zu stornieren und neue zu verteilen«, sagte der Projektleiter für den Außenbau beim Bauunternehmen BAM Deutschland, Jens Heindorf.

Unklar ist auch noch, was mit dem auf Maß gefertigten Metallstreifen wird. »Im schlimmsten Fall sind sie nicht mehr weiter zu verwenden«, erklärte Heindorf. Eigentlich sollten die Dacharbeiten in dieser Woche bereits richtig anlaufen. Nun sei alles gestoppt. Man müsse sich nun verstärkt Gedanken über den Wetterschutz machen, da der Bau unterbrochen wurde. Die Dachstühle müssten mit Planen abgedeckt werden, um das Gebälk vor Nässe oder starker Sonneneinstrahlung zu schützen.

Nach Angaben von Heindorf ist noch keine neue Firma beauftragt worden, die die etwa 4300 Quadratmeter Dach eindeckt. »Das Projekt steht unter völlig anderen Bedingungen. Neue Kriterien müssen erarbeitet und ausgeschrieben werden.« Da bereits Vorarbeiten erledigt wurden, sei unter anderem die Frage der Gewährleistung der bereits fertiggestellten Abschnitte zu klären.

Die Arbeiten für das Titanzinkdach sind storniert. Welche Kosten möglicherweise dafür ins Haus stehen, konnte Heindorf nicht sagen. »Wir hoffen, das schon bereit liegende Material verkaufen zu können«, betonte er. Ob und in welcher Höhe die Änderung der Pläne Mehrkosten verursacht, konnte Heindorf noch nicht sagen.

Die Spende von Hasso Plattner ist eigentlich gut gemeint: Sie ermöglicht - gemäß der Historie - ein Kupferdach, wie es sich einst auf dem Potsdam Stadtschloss befand. Der Parlamentsneubau soll äußerlich an das zerstörte im Zweiten Weltkrieg zerstörte Schloss erinnern. Aus Kostengründen hatte man sich zunächst für das preiswertere Material Titanzink entschieden. Plattner sprang jedoch erneut ein. Über die Höhe seiner neuen Spende machte er keine Angaben. Plattner hatte bereits 20 Millionen Euro zur Wiederherstellung der historischen Knobelsdorffschen Fassade gespendet. Insgesamt kostet der Landtagsneubau 120 Millionen Euro. Am Donnerstagabend wird auf der Baustelle Richtfest gefeiert.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.