USA wollen Himmelsspion zurück

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Anfang Dezember war eine der in Afghanistan stationierten CIA-Aufklärungsdrohnen verloren gegangen. Dummerweise hat sie es nicht mehr bis zum Heimatflugplatz geschafft, sondern fiel den überraschten iranischen Militärs quasi vor die Füße. Teheran schwoll die Brust, man zeigte das Wunderding im Fernsehen und trompetete, nun werde man selbst solche unsichtbaren Flugroboter (nach-)bauen. Klar, das ist eine grenzenlose Übertreibung, doch bietet sich jetzt die Möglichkeit, dass andere Interessenten das High-Tech-Ding analysieren. China und Russland werden sich erkenntlich zeigen.

Washington musste reagieren. Doch nicht - wie wohl auch diskutiert - mit einem Kommandounternehmen zur Zerstörung des Beutestücks. Dazu ist das Verhältnis zwischen beiden Staaten zu gespannt. Immer wieder kommt es zu Vorfällen in Iran. Mal ist es ein Computerwurm, der sich in Atomanlagen frisst, dann fliegt ein Raketentestgelände in die Luft, ab und zu findet man einen unersetzbaren Wissenschaftler tot auf.

Wer immer dahinter steckt, eine weitere Eskalation scheint keinem ratsam. Doch statt dass US-Präsident Barack Obama nun mit ein paar diplomatischen Floskeln über »technisches Versagen« um gut Wetter bittet, versucht er es wieder mit Kraftmeierei und verlangte ultimativ die Rückgabe des Fluggeräts. Irans Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast konterte: »Wir fragen Herrn Obama, wie er und die USA darauf reagiert hätten, falls eine Spionage-Drohne von uns den US-Luftraum verletzt hätte.« Washingtons Antwort? Weitere Sanktionen. René Heilig

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