Bäder verlängern Sommersaison

Reaktion auf das sonnige Wetter/Pächter bestimmen Preise nun selbst

  • Anja Probe
  • Lesedauer: 2 Min.
»Wenn am 24. Dezember 30 Grad sind, feiern wir hier Weihnachten«, verkündete Ralph Grams, Pächter des Freibades Wendenschloß. Auch die Pächter der Freibäder Lübars, Tegelsee, Plötzensee, Halensee und Orankesee öffnen ihre Tore den badefreudigen Besuchern, solange das Wetter mitspielt. Sie sind nicht mehr an die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) gebunden, auch, was die Eintrittspreise in dieser Badesaison betrifft. Ab heute dürfen die sechs privat gepachteten Freibäder ihren Eintritt selbst bestimmen. Nach Klagedrohungen der Betreiber einigten sich die BBB nun mit dem Landeskartellamt: Die Pächter sind nicht mehr an die entsprechende Vertragsklausel gebunden. Der Vorstandsvorsitzende der BBB, Klaus Lipinsky, sagte, er wolle damit einen langwierigen Rechtsstreit vermeiden. Peter Klinke, Badeleiter der Freibäder Lübars, Plötzensee und Tegelsee, hofft durch günstige Angebote und eine verlängerte Saison, die bisherige Flaute wettzumachen. Schon im Juli hatte sein Chef, Richard Grunke, die Familienkarte sowie einen Früh- und Abendtarif eingeführt. Zwar muss hier der Badegast für eine Einzelkarte weiterhin 4 Euro (ermäßigt 2,50 Euro) zahlen, doch er erhält gleichzeitig einen Gutschein im Wert von 1 Euro (50 Cent), den er beim Imbiss einlösen kann. Richard Grunke strebe zudem frühe Verhandlungen mit dem BBB-Vorstand an, um Pachtverträge für die kommende Saison zu unterschreiben. »Wenn das klappt, würden wir das Preisgefüge komplett umstrukturieren«, so Peter Klinke. Im Freibad Wendenschloß verspricht Ralph Grams Preissenkungen um jeweils 1,50 Euro: Die normale Einzelkarte kostet ab heute nur noch 2,50 Euro, ermäßigt 1 Euro. Im Freibad Orankesee bleibt alles beim Alten. Pächter Bernd Barnewski kündigte jedoch ebenfalls an: »Wenn am 30. September die Sonne scheint, hab ich da auf!« Im Freibad Halensee wurde erst am Abend über die neuen Preise beraten. Aber auch die Bäder-Betriebe selbst reagieren flexibel auf das sonnige, heiße Wetter. So bleiben bis zum 8. September das Sommerbad Staaken West, das Kinderbad Monbijou und das Freibad Jungfernheide geöffnet. Noch eine Woche länger kann sich der Berliner in den Sommerbädern Mariendorf, Wilmersdorf, Müggelsee, Seestraße, Olympiastadion, Spandau Süd, Pankow, Kreuzberg sowie Wernersee in die nasse Kühle stürzen. Das Strandbad Wannsee bleibt bis zum 29. September offen. Klaus Lipinsky zu diesem Beschluss: »Ich glaube, dass wir hier eine kundenorientierte Lösung anbieten.«
Infos bei der BBB-Service-Hotline: 01803-102020 oder unter www.bbb.berlin.de

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