130 Bibliotheken sind vernetzt

Medien nun auch übers Internet auszuleihen

  • Robert Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.
Berlins öffentliche Bibliotheken sind vernetzt. Für 130 Büchereien benötigt man deshalb jetzt nur noch einen einzigen Bibliotheksausweis. Bücher, Videos oder andere Medien können nun auch über das Internet bestellt oder deren Ausleihzeit verlängert werden. Auf Wunsch werden jetzt Medien nach Hause geliefert. Seit Montag besteht die Möglichkeit, sie sich per Post aus den Bibliotheken schicken zu lassen. Allerdings kostet der Lieferservice für jede Medieneinheit - egal ob Buch Video oder auch CD-Rom - 4,90 Mark, per Express eine Mark mehr. »www.voebb.de« ist die Adresse. Jetzt, da alle sie so ziemlich zugleich ausprobieren, ist Geduld gefragt. Die Kosten für den Büchereiausweis werden sich aber wie angekündigt bald von 20 auf  25 Mark erhöhen, sagte Claudia Lux, Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) gestern. Doch mit dem Beitritt der ZLB sei der Verbund öffentlicher Bibliotheken Berlins, VÖBB genannt, auch komplett. Damit sei ein großer Imagewandel verbunden. In der Stadtbibliothek in der Breiten Straße in Mitte sowie in der Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz in Kreuzberg sei am Montag der Besucheransturm geradezu enorm gewesen. Die Realisierung des VÖBB-Großprojekts kostete den Steuerzahler nach Angaben der Berliner Projektleiterin Dr. Charlotta Flodell über 20 Millionen Mark. Modernste Software, die laut Klaus Kees von der beauftragten Firma beispielsweise auch von der Bundeswehr benutzt werde, eröffne den Bibliotheksnutzern im Internet enorme Recherchemöglichkeiten. Ob der beliebte Shuttle-Bus-Betrieb von der Amerika-Gedenkbibliothek zur Stadtbibliothek in der Breiten Straße weiter aufrechterhalten wird, hänge wesentlich davon ab, wie sich jetzt der Geschäftsverkehr über das Internet entwickelt, meinte Claudia Lux. Für weiterhin kostenlosen Netzzugang in den Bibliotheken werde sie sich vehement einsetzen, versprach die Generaldirektorin. »Die Digitalisierung in den Berliner Bibliotheken schreitet zügig voran«, sagte die VÖBB-Projektleiterin. Geplant sei, dass demnächst mit der Kreditkarte über das Internet Gebühren bezahlt werden könnten. Weiteres Thema, an dem gearbeitet werde, seien so genannte E-Books, also Bücher, die man  aus dem Netz herunterladen kann. Vorerst sei hier aber nur Sachliteratur im Gespräch. Der große Wunsch der Zentral- und Landesbibliothek Berlin mit VÖBB, bemerkte Pressesprecherin Sabine Walz, sei ein Standort am Schloßplatz in Mitte. Und dahin würde sie am liebsten die Amerika-Gedenkbiliothek versetzen, fügte Claudia Lux hinzu.

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