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Parteichefs möchten Landrat sein
Luckenwalde (dpa/nd). Vier Männer und zwei Frauen bewerben sich um den Landratsposten im Kreis Teltow-Fläming. Wie Wahlleiterin Christiane Spalek gestern mitteilte, sind die Vorschläge fristgerecht bis zum Mittag eingereicht worden. »Wir gehen davon aus, dass alle die formellen Voraussetzungen erfüllen«, sagte Spalek. Bestätigt werden muss dies jedoch vom Kreiswahlausschuss, der am 18. Februar über die Zulassung für die Wahl am 24. März berät. Die Wahl ist notwendig, nachdem der Kreistag den langjährigen Amtsinhaber Peer Giesecke (SPD) im Dezember 2012 abgewählt hatte. Hintergrund war dessen Verurteilung wegen Untreue und Vorteilsannahme.
Für die LINKE tritt die Kreisvorsitzende Kornelia Wehlan an. Die 49-jährige Agraringenieurin aus Luckenwalde sitzt seit 1999 im Landtag und ist dort derzeit stellvertretende Fraktionsvorsitzende. 2009 war sie als Gesundheits- und Umweltministerin im Gespräch, lehnte dieses Amt jedoch ab.
Die CDU schickt den Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum ins Rennen, der zugleich CDU-Kreisvorsitzender ist. Für die SPD bewirbt sich Ludwigsfeldes Bürgermeister Frank Gerhard um den Landratsposten. Er ist zugleich Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Teltow-Fläming.
Neben diesen drei, die als die aussichtsreichsten Bewerber gelten, treten für die Grünen tritt Gerhard Kalinka aus Blankenfelde-Mahlow an, für die FDP ihr Kreisvorsitzender Klaus Rocher. Als Einzelbewerberin meldete sich die fraktionslose Kreistagsabgeordnete Bärbel Redlhammer-Raback. Die Verkäuferin gehört der neofaschistischen NPD an. Sie hat ihre Bewerbung am Donnerstag kurz vor Fristende eingereicht.
Am 24. März können die Einwohner von Teltow-Fläming ihren Landrat erstmals direkt wählen. Mehr als 139 500 Bürger sind wahlberechtigt. Bekommt ein Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen und erhält zugleich die Unterstützung von mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten, steht der neue Landrat fest. Sollte dies nicht der Fall sein, erfolgt eine Stichwahl am 14. April 2013. Erhält auch dann kein Kandidat die erforderliche Mehrheit, entscheiden - so wie früher - die Kreistagsabgeordneten. Bei den bisherigen Landratsdirektwahlen in Brandenburg konnte die LINKE noch keinen Sieg verbuchen. Die Ergebnisse waren meist enttäuschend. Nur Margitta Mächtig schaffte es Anfang 2010 mit achtbaren 36,4 Prozent wenigstens in die Stichwahl.
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