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SPD-Baupläne für Mitte umstritten

  • Lesedauer: 1 Min.

(nd-Kammer). Die Linkspartei hat den Vorstoß von SPD-Landeschef Jan Stöß zur Bebauung der historischen Mitte Berlins heftig kritisiert. Stöß rede an der Realität vorbei, sagte die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der LINKEN, Kathrin Lompscher.

Der SPD-Landeschef empfindet das Areal rings um Rotes Rathaus und Fernsehturm als »Brache ohne Aufenthaltsqualität« und schlägt vor, im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2020 Ideen für eine Bebauung zu entwickeln. Nach seinen Vorstellungen sollte sich die künftige Gestaltung am historischen Stadtgrundriss orientieren. Stöß plädiert jedoch nicht für Häuser mit historischen Fassaden, sondern eine zeitgemäße Architektur. Etwa 4000 Wohnungen könnten so entstehen, allerdings erwartet er hier keine Sozialwohnungen.

Für Lompscher ist der Vorstoß ein Rückfall in das Jahr 1996, als mit dem »Planwerk Innenstadt« die gleichen Vorschläge gemacht wurden. »Eine kleinteilige Wiederbebauung in der historischen Mitte vor allem mit Wohnungen mag sich zunächst verlockend anhören«, so die Abgeordnete und fragt: »Glaubt er wirklich, dass hochpreisige Wohnungen eine Belebung der historischen Mitte bringen werden?« Lompscher befürchtet eine Freigabe noch öffentlicher Grün- und Verkehrsflächen zur privaten Aneignung. Sie fordert, das DDR-Erbe positiv aufzugreifen und in die Zukunft weiterzudenken. Sie kann sich eine behutsame bauliche Ergänzung des Gebietes vorstellen.

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