- Politik
- Damaskus/Paris
Syriens Armee nahm Kusseir
Stadt wird »gesichert und gesäubert«
Damaskus/Paris (AFP/nd). Nach ihrem Sieg in der Stadt Kusseir hat die syrische Armee angekündigt, die Rebellen im gesamten Land zu »vernichten«. Nach »aufeinanderfolgenden Fortschritten im Krieg gegen organisierte Terroristen« würden die Streitkräfte nun gegen Aufständische »in allen Ecken Syriens« vorgehen, teilte die Armee am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur SANA mit. Zur Lage in Kusseir hieß es, syrische Regierungssoldaten seien »nach einer Reihe heikler Operationen« seit dem Morgengrauen dabei, »die Stadt zu sichern und zu säubern«.
Das syrische Fernsehen hatte am Mittwochmorgen die Einnahme von Kusseir nach dreiwöchiger Belagerung gemeldet. Die Opposition bestätigte darauf den Rückzug aus der Stadt, die von strategischer Bedeutung ist, da sie auf dem Weg von Damaskus zur Küste liegt. Die Stadt nahe der Grenze zu Libanon war ein Jahr lang unter Kontrolle der Rebellen, bevor die Armee ihre Offensive begann.
Die iranische Regierung gratulierte »der syrischen Armee und dem syrischen Volk« zu dem Sieg über die »Terroristen«. Vizeaußenminister Amir Abdollahian warf ausländischen Staaten vor, weiterhin Waffen nach Syrien zu liefern und damit »terroristische Aktivitäten« zu unterstützen.
Nach dem Vorwurf des Giftgas-Einsatzes durch die syrische Führung hat Frankreich einen militärischen Alleingang in dem Konflikt ausgeschlossen. Auf die Frage, ob Frankreich Chemiewaffendepots in Syrien angreifen könnte, sagte Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem am Mittwoch in Paris, es werde »keine einseitige und isolierte Entscheidung« ihres Landes geben. Von jetzt an sei die »internationale Gemeinschaft« am Zug. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hatte am Dienstagabend gesagt, es gebe »keinen Zweifel« mehr daran, dass das Giftgas Sarin in Syrien mindestens ein Mal durch »das Regime und seine Komplizen« eingesetzt worden sei. Fabius berief sich dabei auf Untersuchungsergebnisse französischer Experten. Frankreich ist damit das einzige westliche Land, das den Einsatz von Chemiewaffen durch die Truppen von Syriens Staatschef Baschar al-Assad als zweifelsfrei erwiesen ansieht.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.