Senden aus dem Pfarrhaus
In Laubusch betreibt Gerd Simmank einen ungewöhnlichen Fernsehkanal
Von Stefan Tesch, Hoyerswerda
Präsidentschaftswahlen in Amerika und Bürgermeisterwahlen in Laubusch haben eins gemein: Sie wer den - normalerweise jedenfalls - am Bildschirm entschieden. Doch die sächsische Lausitzgemeinde bei Hoyerswerda geht noch ein Stück weiter. Telefoninterviews mit den Kandidaten kennen keinen offiziellen Sendeschluss. So lange im Live-Studio des «Laubuscher Heimatkanals» kritische Fragen eingehen, werden sie beantwortet. Auch von den Tagungen des Gemeinderates flimmert das Wichtigste via TV in die 1200 Laubuscher Wohnzimmer. Dabei hatte Bürgermeister Otto Görke (SPD) nur skeptisch gelacht, als ihm Simmank vor neun Jahren mit der Idee eines eigenen Fernsehkanals kam. «Wir haben gerade mal 3000 Seelen im Ort, wie soll das funktionieren?», fragte er ihn. Doch um jene «Seelen», und zwar jede einzelne von ihnen, geht es gewissermaßen auch dem Heimatkanal-Chef. Denn Simmank ist zugleich Laubuschs evangelischer Pfarrer...
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