Leben im Bildungsabseits
Auch das Internet kann die Bildungschancen von ausländischen Jugendlichen nicht verbessern Von Siegfried Götz
Cem Özdemir hat es geschafft. Der Schwabe türkischer Herkunft, Bundestagsabgeordneter der Bündnisgrünen, steht für die Erfolgsgeschichte türkischer Migranten in Deutschland. Die zweite Generation ist in der Aufnahmegesellschaft angekommen. Gut ausgebildet, erfolgreich, integriert. Türkische Jugendliche benutzen das Internet so selbstverständlich wie ihre deutschen Altersgenossen, und in der Schule gibt es kaum noch Unterschiede in den Leistungen.
Merkt jemand etwas? Natürlich. Das ist ein Märchen. Cem Özdemir ist die große Ausnahme, wie jüngste Untersuchungen belegt haben. Nach wie vor bleiben 40 Prozent der türkischen Jugendlichen ohne Ausbildung. Zum Vergleich: Die Ungelerntenquote bei den deutschen Heranwachsenden beträgt lediglich acht Prozent, wie Dagmar Beer-Kern vom Büro der Ausländerbeauftragten der Bundesregierung unlängst mitteilte. Ähnlich sieht es bei den Schulabschlüssen aus. «Bei den ausländischen Jugendlichen dominiert d...
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