Auf Jahrhunderte verseucht
Zwanzig Jahre lang wurde in den französischen Antillen ein Pestizid eingesetzt, dessen extreme Schädlichkeit zu diesem Zeitpunkt schon kein Geheimnis mehr war
Manche Gesundheitsskandale sorgen für große Schlagzeilen, wie etwa Pferdefleisch in der Tiefkühllasagne; andere finden in den französischen Medien kaum Gehör. So etwa die Folgen des langjährigen Einsatzes des Pestizids Chlordecon. Damit verbindet sich einer der größten Umweltskandale der letzten Jahrzehnte: Die französischen Überseedepartements Martinique und Guadeloupe wurden wissentlich und vermutlich für Jahrhunderte mit einem schädlichen Pestizid verseucht.
Chlordecon wurde über 20 Jahre lang in den karibischen Bananenplantagen als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Seitdem sich Mediziner für die gesundheitlichen Folgeschäden des Wirkstoffs interessieren, wird deren Liste immer länger. Chlordecon wirkt neurotoxisch, ist krebserregend und hormonell wirksam. Es wird unter anderem mit einer erhöhten Zahl von Missbildungen bei Neugeborenen sowie mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Nun wurde bewiesen, dass es zudem...
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