Brandenburg erwartet 4400 Flüchtlinge
Potsdam. Brandenburg erwartet wegen der bundesweit steigenden Asylbewerberzahlen im Jahr 2014 rund 4400 Flüchtlinge. Nach Engpässen bei der Unterbringung im vergangenen Jahr sei das Land inzwischen gut auf die steigenden Flüchtlingszahlen vorbereitet, versicherte Sozialminister Günter Baaske (SPD) am Freitag im rbb-Inforadio. 2013 habe »richtig geackert werden« müssen, um vor Ort Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Inzwischen seien ausreichend Kapazitäten vorhanden.
Acht Landkreise planen derzeit, weitere Unterkünfte zu bauen oder bestehende zu erweitern, betonte Baaske. »Da denke ich, wenn das alles so passiert, dann sind wir gut aufgestellt.« Ein Drittel der Flüchtlinge in Brandenburg sei inzwischen in Wohnungen statt in Heimen untergebracht, erklärte der Minister. Das sei bundesweit ein sehr guter Wert.
Um Konflikte bei der Einrichtung neuer Heime zu vermeiden, müssten die Verantwortlichen mit Geschick und Augenmaß vorgehen, sagte Baaske. »Wer die NPD zuerst zum Zuge kommen und die Leute aufhetzen lässt, hat es schwieriger als derjenige, der das erst mal mit den Nachbarn bespricht und mit Bürgermeistern und Vereinsvorsitzenden agiert, danach an die Öffentlichkeit geht und dann weiß, dass er schon einen Rückhalt hat.«
Für die Einrichtung neuer Unterkünfte stehen den märkischen Kommunen im laufenden Jahr rund fünf Millionen Euro zur Verfügung, hieß es. In Brandenburg leben derzeit rund 3600 Asylbewerber. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien, Tschetschenien und Nordafrika.
Die Zahl der Ausländer in Brandenburg ist 2013 auf 59 580 angestiegen. Damit lebten hier Ende des vergangenen Jahres 6770 mehr Menschen ohne deutschen Pass als Ende 2012. Das geht aus einer aktuellen Statistik hervor, die am Freitag vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurde.
41 251 der Ausländer in Brandenburg kamen aus europäischen Ländern, darunter 25 622 aus EU-Staaten. 11 651 Brandenburger ohne deutschen Pass stammen aus Asien, knapp 2400 aus Amerika, 3300 aus Afrika sowie 136 aus Australien und Ozeanien. 859 Personen galten als staatenlos oder hatten einen ungeklärten Status. Polnische Staatsangehörige bildeten mit 11 500 Personen die größte Ausländergruppe im Bundesland. Nach den Herkunftsländern folgten Russland (5640), Ukraine (3554), Vietnam (3269) und Türkei (2260). epd/nd
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